Auch wenn sich Vermittler auf die Beratung von Privatkunden konzentrieren, kommt für fast alle von ihnen irgendwann der Punkt, an dem eine Anfrage für Gewerbeversicherungen auf dem Tisch landet. Oft sind das Anfragen, die sich aus bestehender Privatkundschaft ergeben. Wer dann nicht zu Gewerbepolicen beraten kann, öffnet die Tür für die Konkurrenz und läuft Gefahr, den Kunden vollends zu verlieren. Allein schon aus diesem Grund lohnt es sich, auch in Betriebshaftpflicht und Co. fit zu sein. Nicht zuletzt lässt sich die Courtage über ganze Gewerbepolicen-Pakete, vielleicht sogar inklusive bAV für die Mitarbeiter, ordentlich ausbauen.
Doch auf welche Versicherer sollen Makler bei der Auswahl der Gewerbepolicen setzen? Eine Orientierungshilfe dabei bieten verschiedene Ratings. Speziell für die Betriebsinhaltsversicherung hat nun das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg erstmalig ein solches durchgeführt. Dabei wurden 67 Tarife und 234 Tarifvarianten von 41 Gewerbeversicherern miteinander verglichen. Als Datenbasis für das Rating wurden ausschließlich öffentlich zugängliche Dokumente wie die Versicherungsbedingungen, verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, gegebenenfalls Versicherungsscheine und Geschäftsberichte herangezogen.
Natürlich haben unterschiedliche Betriebsarten auch unterschiedliche Anforderungen an ihre Betriebsinhaltsversicherung. Da diese Vielfalt aber zu groß wäre, wollten Franke und Bornberg mit ihrem Rating einen einfacheren Überblick zum Leistungsgefälle geben. „Unser Rating konzentriert sich auf die wesentlichen grundlegenden Anforderungen beim Bedarf. Das Ergebnis ist ein einheitlicher Anforderungskatalog über alle Branchen hinweg“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Michael Franke.
So wurde bewertet
Für diesen Anforderungskatalog haben die Analysten insgesamt 62 Detailkriterien zusammengestellt, die verteilt auf 19 Hauptkriterien bei allen Tarifen abgefragt werden. Die Hauptkriterien sind unterschiedlich gewichtet. Zum Beispiel können die Tarife für ihr Endergebnis am meisten Punkte im Bereich Feuerversicherung sammeln (max. 450). Eher wenige Punkte (max. 100) gibt es zum Beispiel bei Diebstahl und Beschädigung von Automaten.
Um die Höchstnote (FFF+) zu erreichen, mussten die Tarife mindestens 85 Prozent der maximal möglichen 4.275 Punkte erreichen. Als weitere Hürde wurden zwei Mindestleistungsstandards eingebaut:
- Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit bis zur Versicherungssumme
- Mitversicherung von Überspannungsschäden zu 25 Prozent der VSSU
Das sind die Gewinner und der Verlierer
Für ein erstmalig durchgeführtes Rating schätzt Franke das marktweite Leistungsniveau „schon jetzt erfreulich“ ein. Erfahrungsgemäß steigt das Niveau nach einem solchen Erstrating in der Breite des Marktes spürbar an. In der aktuellen Ausgabe wurden alle Rating-Noten vergeben, sogar einmal die schlechteste (F-), an den Tarif „Standard“ der VGH Landschaftliche Brandkasse Hannover.
Einen oder mehrere Tarife konnten die folgenden Versicherer an der Spitze des Ratings, also mit der Höchstnote FFF+, platzieren:
Keinen Tarif mit Höchstnote gab es für die Bayerische, die Axa und die Rhion Versicherung. Diese drei Versicherer sind in eben dieser Reihenfolge aktuell die beliebtesten Produktgeber der Makler in der Betriebsinhaltsversicherung. Die Ergebnisse aller bewerteten Tarife können hier eingesehen werden und mehr Informationen zur Rating-Methodik gibt es hier.


