bAV: Warum digitale Verwaltung jetzt dringlich ist

Beratung und Vertragsverwaltung werden zunehmend digital. In KMU gibt es jedoch heterogene Strukturen, verbunden mit teils hohem Aufwand für die bAV. Makler sollten einfache Ansatzpunkte zur digitalen Transformation bei ihren Firmenkunden nutzen.

Die Zukunft der Maklerzunft hängt maßgeblich an der Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Nur so ist angesichts anhaltender Regulierung das betriebswirtschaftliche Überleben möglich. Dabei können die Makler jede Unterstützung von Versicherern, Pools und Verbünden gebrauchen. Laut der Studie „Maklerservice 2021“ der BBG Betriebsberatung erwarten Makler reibungslose Prozesse und Tools inzwischen als Standard von den Versicherern und darüber hinaus persönliches Engagement der Maklerbetreuer.

Den wachsenden Einfluss der Digitalisierung (jetzt Rang 6; Vorjahr: Rang 9) fordern Makler zunehmend ein. Beispiel bAV: Gerade Klein- und Mittelbetriebe (KMU) erwarten von ihren Beratern weitgehend digitale Lösungen. Laut der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2021“ von Generali Deutschland und FAZ Business Media unter 200 Personalverantwortlichen wird die digitale Vertragsauskunft am häufigsten nachgefragt, sagen 50 Prozent der befragten Makler.

Portallösungen für alle Prozessbeteiligten sinnvoll

Dahinter folgen aus Maklersicht die digitale Administration beim Vertragsabschluss und in der Leistungsphase (44 Prozent) und digitale Beratungsprozesse (43 Prozent). Die Nutzung von Portallösungen, zu denen auch digitale Vorsorgerechner zählen, und digitale Servicedienstleistungen wie etwa digitale Unterschriften sprechen je 41 Prozent der Befragten an.

Firmen wünschen sich vor allem, ihre bAV einfach und effizient zu verwalten, betonen 92 Prozent der befragten Makler. Daher wundert es nicht, wenn Berater gezielt darauf eingehen und den optimalen Zeitpunkt für die digitale Transformation im Mittelstand abpassen wollen. Wie das gelingt, verrät der bAV-Dienstleister Longial aus Düsseldorf.

Zeitliche Anlässe jetzt nutzen

Zwei zeitliche Anlässe seien untrennbar mit der digitalen bAV-Verwaltung verbunden: Die digitale Rentenübersicht wirft ihre Schatten voraus (Herbst 2023) und auf der politischen Agenda steht auch ein mögliches Opting-out in der Altersvorsorge, erinnert Mathias Nolle, Leiter Operations & Services bei Longial. Noch lägen jedoch im Mittelstand zahlreiche Personalbestände analog vor, meist mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden.

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„Sprechen wir von bAV-Verwaltung, sprechen wir von Datenverwaltung, denn 95 Prozent des bAV-Geschäfts basiert auf Daten“, so Nolle. Unternehmen investierten also Zeit, Ressourcen und Geld in den Abgleich, die Bewertung und die Kommunikation dieser Daten. „Geeignete Algorithmen sowie eine Unterstützung beispielsweise durch KI-basierte HR-Tools reduzieren zeitfressende Prozesse und die mit der bAV verbundene Komplexität“, weiß er aus Erfahrung.

Der ideale Zeitpunkt für die Digitalisierung beim Firmenkunden

Dabei setzten sich immer mehr Portale mit allen bAV-relevanten Informationen durch, mitunter jedoch am Makler vorbei. In der Folge sinken die Verwaltungskosten massiv (weniger Supportanfragen, Kosten für Informationsbriefe). „Die eingesparten Kosten lassen sich beispielsweise in zusätzliche bAV-Beiträge des Arbeitgebers für seine Mitarbeiter stecken", so Nolle.

Je früher mit der Digitalisierung der bAV-Administration gestartet wird, desto besser, betont Longial. Gerade in KMU habe das Thema jedoch oft keine Priorität, denn das Tagesgeschäft geht vor. Hier bedarf es häufig äußerer Anlässe, sich mit der Digitalisierung der Personaldaten auseinanderzusetzen. Drei typische Zeitpunkte sind laut Nolle:

An Standards für Schnittstellen denken

Sind die Bestände digitalisiert, gibt es laut Longial aber oft weitere Hürden: Es fehle an Standards, beispielsweise bei Schnittstellen. „In solchen Fällen ist es sinnvoll, sich Digitalisierungs-Expertise von außen zu holen“, empfiehlt Nolle.

Mit Blick auf die nähere Zukunft ließe sich beispielsweise bei einem Opting-out in der bAV die verstärkt nötige Beratung der Arbeitnehmer toolunterstützt und datenbasiert erledigen. Wer dann erst mit der Digitalisierung beginnt, habe erhebliche Kostennachteile.

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