Zahnreinigung: Welche Krankenkassen Zuschuss geben

Die Leistungen bei Zahnersatz und -reinigung der Krankenkassen sind sehr begrenzt, so Finanztest. Trotzdem sollten Makler sie vor Beratung zu einer privaten Zahnzusatzversicherung kennen. Profitieren können Makler auch vom Kassenwechsel.

Professionelle Zahnreinigung bezahlen die meisten Krankenkassen nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch auch private Zahnpolicen erstatten zum Teil wenig.

Professionelle Zahnreinigung bezahlen die meisten Krankenkassen nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch auch private Zahnpolicen erstatten zum Teil wenig. Bild: Pixabay

Die Stiftung Warentest hat Beiträge und Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) untersucht und in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht. Dabei wurden 75 Kassen unter die Lupe genommen, die laut Testern rund 98 Prozent aller Versicherten absichern. Laut Bundeskartellamt gibt es aktuell 110 Krankenkassen, in denen rund 88 Prozent der Einwohner Deutschlands gesetzlich krankenversichert sind (procontra berichtete).

Als günstigste bundesweit geöffnete Krankenkassen führt Finanztest die Handelskrankenkasse (14,99 Prozent Beitragssatz), BKK Firmus (15,04 Prozent), BKK Verbund Plus (15,1 Prozent), IKK Gesundheit Plus (15,2 Prozent) Audi BKK und Techniker Krankenkasse (je 15,3 Prozent) auf. Als günstigste regionale Anbieter erwiesen sich die AOK Sachsen-Anhalt (14,9 Prozent), BKK Euregio (14,95 Prozent) und BKK Pfaff (15,0 Prozent).

Doch der günstige Beitrag muss in Relation zu Mehrleistungen und Services betrachtet werden. Über den kasseneinheitlichen Leistungskatalog hinaus dürfen die Krankenkassen nämlich kasseninterne Satzungsleistungen anbieten, etwa Reiseimpfungen, zusätzliche Hautkrebsfrüherkennung oder professionelle Zahnreinigung. Die Reinigung geht bei durchschnittlich 80 Euro pro Termin schnell ins Geld, zumal zwei bis drei Behandlungen pro Jahr angeraten sind.

Zahnreinigung ist kostspieliges Unterfangen

Beim Wunschzahnarzt bezahlen viele Kassen einen Zuschuss zwischen 15 und 250 Euro pro Jahr oder Termin. Bei ausgewählten Zahnärzten bieten andere Kassen oft ein bis zwei kostenfreie Zahnreinigungen pro Jahr an. Die meisten halten sich aber mit Geldzuschüssen für Zahnreinigung komplett zurück. Den größten Zuschuss gewährt die AOK Niedersachsen (500 Euro aus einem Budget für Mehrleistungen). Das beste Angebot bundesweit geöffneter Kassen kommt laut Finanztest von der BKK Firmus (zweimal 40 Euro pro Jahr) beziehungsweise BKK Verbund Plus (einmal 75 Euro) – siehe Tabelle.

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Vermittler können durch die Beratung zur GKV und der Empfehlung zum Kassenwechsel profitieren: zum einen durch Vermittlung von Krankenkassen-Mitgliedschaften. Dazu bietet zum Beispiel GKV-Experte Thomas Adolph mit seinem Online-Dienst gesetzlichekrankenkassen.de, der Mehrleistungen analysiert, und dem Portal Makleraktiv.de wichtige Recherchehilfe.

Letzteres enthält auch die entsprechenden Antragsformulare als ausfüllbares PDF sowie Highlight-Blätter zu vielen Kassen. Das Portal behält einen Teil der Vergütung für den Service und zahlt derzeit pauschal 65 Euro an Vermittler aus. Die Kassen zahlen keinerlei Overheads.

Für noch wichtiger hält Adolph die Beratung und Vermittlung von ergänzenden Biometrie-Produkten sowie privaten Zusatzversicherungen an Krankenkassenmitglieder. Nur mit Zusatzversicherungen könne sich der Kunde ergänzend zur GKV auf das gewünschte Versorgungsniveau bringen. Angesichts der geringen Kassen-Zuschüsse für Zahnersatz und Zahnreinigung macht eine gute Zahn-Zusatzversicherung Sinn. Davon gab es 2018 insgesamt 16 Millionen Stück.

Zahnzusatzpolicen unverzichtbar, aber erhebliche Unterschiede

Makler können Kompetenz bei Zahnzusatzpolicen ausstrahlen. Grund: Die Kassen zahlen bei Zahnersatz seit 2005 nur noch Festzuschüsse, die allenfalls die Hälfte dessen abdecken, was als ausreichende, notwendige und wirtschaftliche Basistherapie definiert ist (procontra berichtete). Bei einer einfachen Krone etwa zahlt die Kasse trotz Höchstbonus nur noch rund 200 Euro zum Gesamtpreis von meist 630 Euro zu, so Finanztest in der Mai-Ausgabe.

Im Test wurde die professionelle Zahnreinigung nicht genau bewertet, sondern nur ein grobes dreistufiges Raster veröffentlicht: keine Leistung, weniger als 70 Euro Zuschuss pro Jahr, mindestens einmal pro Jahr und mindestens 70 Euro. Die Tester sahen in der Leistung „kein großes finanzielles Risiko“. Zudem wurden einige Tarife mit sehr gut bewertet, obwohl sie nicht bedarfsgerecht das Geld für Zahnreinigung erstatten.

Beispiel Huk-Coburg: Deren Spitzentarif „ZZ Premium Plus“ schneidet sehr gut ab (Note 1,3), erstattet bei professioneller Zahnreinigung aber maximal 100 Euro in zwei Kalenderjahren. Da relativiert sich der vordergründig günstige Preis sehr schnell.

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