Pools: Die größten Herausforderungen 2020

Pools sind für Makler unverzichtbar, zeigt eine neue Studie. Deren wichtigste Herausforderungen im neuen Jahr dürften der Investitionsdruck im IT-Bereich und die Implementierung von BiPRO-Normen sein. Die Alterung der Makler macht den Pool-Chefs Sorgen.

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Der Marktbeobachter BrunotteKonzept hat nach fünf Jahren Pause kürzlich seine acht Maklerpoolstudie unter dem Titel “Maklerpools, Verbünde und Servicedienstleister“ vorgelegt (procontra berichtete). Die Pool-Chefs stellen sich darin auch Fragen zu aktuellen Herausforderungen des Marktes wie Investitionsdruck, Provisionsdeckel oder Honorarberatung.

Besonders hohe Relevanz attestieren die Befragten der Implementierung von BiPRO-Normen (72 Prozent), dem Investitionsdruck für den IT-Ausbau (71 Prozent) sowie der Alterung unter Vermittlern (70 Prozent). „Um die Aussagen auf einen Wert zu verdichten, haben wir die Antworten gewichtet (hochrelevant: 3 Punkte, eher relevant: 2 Punkte, weniger relevant: 1 Punkt, irrelevant: 0 Punkte)“, erklärt Studienautorin Sabine Brunotte. Nach dieser Gewichtung sind solche Herausforderungen wie die Etablierung von Modellen zur Honorarberatung (23 Prozent) und die Implementierung der DIN 77230 (36 Prozent) für die Pool-Chefs eher von geringer Bedeutung.

Dass ein Provisionsdeckel kommt, hielt eine Mehrheit der Befragten zum Befragungszeitpunkt im August/September 2019 eher für wahrscheinlich. Damals lag der Kompromissvorschlag der Arbeitsgruppe Finanzen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion noch nicht vor, der inzwischen von der SPD abgelehnt wurde (procontra berichtete). Als existenzbedrohend bewerten Pools und Verbünde einen Deckel allerdings nicht. Vor dem Hintergrund der Provisionszusammensetzung ist das nur schlüssig. Schließlich hat das Schaden- und Unfallgeschäft die Lebensversicherung als wichtigsten Umsatzbringer längst abgelöst (procontra berichtete).

Pools lehnen Wechsel der 34f-Aufsicht weitgehend ab

Zum 1. Januar 2021 sollen Vermittler und Berater von Finanzanlagen der Bafin-Aufsicht unterstellt werden. Ein Referentenentwurf des BMF zum Finanzanlagenvermittler-Aufsichtsübertragungsgesetz (FinAnlVÜG-E) wurde kurz vor Weihnachten veröffentlicht (procontra berichtete). Die Kosten werden danach von den Vermittlern zu tragen sein. Pools und Verbünde sehen der Umfrage zufolge darin in erster Linie einen Mehraufwand für die Vermittler. Eine deutliche Mehrheit der Befragten wünscht sich zudem weiter die Aufsicht von Finanzanlagenvermittlern durch die IHKn.

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Produktgeber erwarten von der Kooperation mit Pools und Verbünden Zugang zu neuen Vermittlergruppen, mehr Umsatz und weniger Aufwand. Für diese Vorteile nehmen sie höhere Vergütungen in Kauf. Doch welche Services sind für Vermittler tatsächlich relevant?

Hohe Priorität auf Einhaltung der Datenstandards

Dazu antworteten in der Umfrage die Poolchefs. Ergebnis der gewichteten Antworten (wichtig: 3 Punkte, eher wichtig: 2 Punkte, weniger wichtig: 1 Punkt, unwichtig: 0 Punkte): Die Einhaltung von Datenstandards (BiPRO, GDV) steht auf der Wunschliste ganz oben. Gleich danach folgen persönliche Ansprechpartner in den Bereichen Schaden und Betrieb. „Es ist offensichtlich die Kombination von digitalen Standards mit ‚echten Menschen‘, die zählt“, so Brunotte.

Dagegen können sich Produktgeber mit Blick auf Vermittlerservices und Standards laut Studie manches sparen. Aus Sicht der Pools sind dies vor allem Unternehmensberater (für Maklerbetriebe) sowie Callcenter. Auch Apps zur Schadenmeldung, die Teilnahme bei easy Login sowie Makler-Extranets erfahren aus Pool-Sicht nicht die Wertschätzung, die sich manche Produktgeber davon erhoffen. Aus der Perspektive von Maklern, insbesondere jenen, die nicht mit Pools kooperieren, können die Prioritäten aber deutlich anders gesetzt werden, wie eine Umfrage der deutsche-versicherungsboerse.de zeigt (procontra berichtete).

Co-Autor der Studie von BrunotteKonzept ist Michael Franke, langjähriger IT-Vorstand beim Maklerverbund CHARTA und heute gefragter Strategieberater. Weitere Informationen zur Studie, die ab 789 Euro kostet, gibt es im Internet, darunter auch ein Bestellformular.

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