Die Deutschen bevorzugen bei der Geldanlage vorrangig Sicherheit. Damit stehen sie nicht allein da. Denn erst dieser Tage haben neue Spannungen in den Handelskonflikten der USA mit China und Mexiko dafür gesorgt, dass Investoren wieder vermehrt auf die Staatsanleihen solventer Industriestaaten setzen.
Auch nach deutschen Staatsanleihen herrscht große Nachfrage. Diese war zuletzt allerdings so groß, dass solche Investoren bevorzugt werden konnten, die sogar Negativzinsen in Kauf nehmen. So sank der Zins für zehnjährige Bundesanleihen am vergangenen Freitag mit -0,21 Prozent auf ein neues Rekordtief.
21 Cent geschenkt
Der deutsche Staat müsste also beispielsweise bei 100 Euro neuen Schulden durch Bundesanleihen keine Zinsen bezahlen, sondern müsste sogar 21 Cent weniger an seine Gläubiger zurückzahlen. Für die Investoren ist ihr Sicherheitsbedürfnis bei der Geldanlage somit zunehmend mit Verlust gleichzusetzen. Im vergangenen Jahr hatte man mit der Anlage von 10.000 Euro in Bundesanleihen hingegen noch Gewinn erzielen können.
Generell macht den deutschen Sparern ihr Sicherheitsbedürfnis seit Jahren einen Strich durch die Rendite. Betrachtet man die durchschnittliche Realzinsentwicklung, so machen die Menschen hierzulande mit ihren bevorzugten Anlageformen wie Festgeld, Spareinlagen oder auch Tagesgeldkonten Verlust – trotz ihres eifrigen Sparverhaltens.