E-Bikes liegen voll im Trend. Die jährlichen Verkaufszahlen steigen konstant – besonders stark seit Beginn der Corona-Pandemie – und haben im Jahr 2021 erstmals die Zwei-Millionen-Marke erreicht. Doch die wachsende Verbreitung der häufig unter dem Begriff E-Bike zusammengefassten Pedelecs (Elektromotor mit einer Trittunterstützung bis 25 km/h) und S-Pedelecs (Elektromotor mit einer Trittunterstützung bis 45 km/h) erhöhen auch die Risiken für ihre Nutzer und andere Verkehrsteilnehmer.
So berichtet die Allianz unter Bezugnahme auf ihre diesjährige Zweirad-Verkehrssicherheitsstudie, dass aktuell fast 40 Prozent der Verkehrstoten Zweiradfahrer sind. Vor 20 Jahren hatte dieser Wert bei etwa 25 Prozent gelegen. Mit Blick auf das Plus an E-Bikes im Verkehr betonen die Studienautoren, dass das Getötetenrisiko, also der Anteil an Todesopfern an der Gesamtzahl der Verunglückten, bei E-Bikes drei Mal höher ist als bei herkömmlichen Fahrrädern. Die Schadendaten der Allianz würden zudem zeigen, dass Radler ohne Helm 2,5-mal mehr Kopfverletzungen davontragen als Helmträger. In diesem Zusammenhang sprechen sich die Studienautoren des Versicherers mindestens für eine Helmpflicht für Kinder bis 14 Jahre und für E-Bike-Fahrer aus.
Erhöhtes Risiko für teure Sachschäden
Doch auch abseits von Personenschäden bringen die schnellen, wertvollen Zweiräder Risiken mit sich. Neu angeschafft kosten sie nur selten unter 2.000 Euro. Entsprechend interessant sind sie für Diebe. Zudem entstehen durch Reparaturen von Schäden, egal ob durch eigene Unfälle, Unwetter oder Vandalismus verursacht, saftige Rechnungen. Gegen solche Schäden am eigenen E-Bike bieten immer mehr Versicherer passende Vollkasko-Policen. Dazu kommt, dass für S-Pedelecs neben einer Helm- auch eine Versicherungspflicht in der Kfz-Haftpflichtversicherung besteht.
Mit der wachsenden Verbreitung von E-Bikes hierzulande erweitern auch immer mehr Versicherer ihre Tarifpallette speziell für die motorisierten Fahrräder. Dabei liegt auch der Gedanke nahe, sich auf diesem Wege eine finanzstarke Zielgruppe zu erschließen. Doch welche Produktgeber sind aus Sicht der Kunden die besten in diesem Bereich?
25 E-Bike-Versicherer im Vergleich
Dieser Frage hat sich das Marktforschungsunternehmen ServiceValue angenommen. Im Zeitraum Dezember 2021 bis Januar 2022 hat es 1.530 Verbraucher befragt, die selbst ein E-Bike besitzen und dafür auch eine Versicherung abgeschlossen haben. Dabei wurde für das Versicherer-Ranking nicht zwischen Vollkasko-Policen, die auch Pedelecs beinhalten, und Kfz-Haftpflicht-Policen für S-Pedelecs unterschieden, wie ServiceValue auf procontra-Nachfrage mitteilte. Es gehe vielmehr darum, die besten Anbieter für das gesamte Marktsegment E-Bikes zu ermitteln. Da S-Pedelecs aber deutlich weniger verbreitet sind als Pedelecs, basiert die Anbieter-Rangliste produktseitig überwiegend auf Vollkasko-Policen.
Die Befragten sollten ihre Meinung aber nicht nur zu den Produkten ihres E-Bike-Versicherers (zu 25 Unternehmen wurden Kundenurteile abgegeben) kundtun, also zum Bespiel zu deren Transparenz oder konkret dem Baustein Diebstahlschutz. Gefragt wurde auch zu den folgenden Teildimensionen:
8 Anbieter erreichen die Bestnote
Aus den Kundenurteilen der vier Teildimensionen wurde dann für jeden Versicherer ein Gesamtergebnis in Form einer Schulnote gebildet. Angezeigt werden aber nur die Noten „gut“ und „sehr gut“. Die Bestnote konnten acht der 25 untersuchten E-Bike-Versicherer erreichen (siehe Tabelle unten; alphabetische Reihenfolge). Überraschend ist beim Blick auf die Gesamtergebnisse, dass gleich mehrere spezielle Versicherungsmarken für E-Bikes wie Bikmo (Hiscox) oder ENRA (N.V. Schadeverzekering-Maatschappij Bovemij in Nijmegen/Niederlande) mit einer schlechteren Gesamtnote als „gut“ gelistet werden.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!

