Entgegen mathematischer Empfehlungen und eventuell dem Terminstress aufgrund der Corona-Krise geschuldet wird der Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen zu Beginn des Jahres 2021 nicht abgesenkt werden. Dennoch betonte der R+V-Vorstandsvorsitzende, Norbert Rollinger, diese Woche im Interview mit dem Handelsblatt, dass an einer Senkung des Garantiezinses von Lebensversicherung kein Weg vorbeiführt. Der R+V-Chef sagte zudem: „Ich glaube, dass wir ab dem kommenden Jahr sehr individuelle Garantiezinssätze bei den klassischen Policen sehen werden. Es wäre vielleicht komfortabler für die Branche gewesen, wenn die Politik eine Richtlinie gegeben hätte.“
Neben Tarifen mit garantierter Verzinsung unterhalb des Höchstrechnungszinses (0,9 Prozent) und solchen mit reiner Garantie der eingezahlten Beiträge wird die Branche demnach im neuen Jahr mit noch kreativeren Varianten aufwarten. Mehrere solcher Produkte gibt es bereits. Um sich einen qualifizierten Überblick zu verschaffen, stehen die verschiedenen Garantiemodelle im Mittelpunkt des aktuellen Altersvorsorge-Ratings aus dem Hause Franke und Bornberg.
Deutlich mehr Rating-Kriterien
„Unser Altersvorsorgerating zeigt: Je weniger gesetzliche Vorgaben bei der Produktgestaltung, umso größer ist die Chance auf leistungsstarke Tarife“, erklärt Geschäftsführer Michael Franke. Dabei sei es allerdings wichtig, den Verbrauchern Transparenz über die Anlage- und Risikokonzepte der sich verändernden Altersvorsorgeprodukte zu verschaffen.
Um dem gerecht zu werden, hat die Ratingagentur die Anzahl ihrer angewandten Rating-Kriterien gegenüber dem Ansatz von 2018 deutlich erhöht. So kamen diesmal 67 statt 49 Untersuchungsdetails zum Einsatz. Die genauen Bewertungsgrundlagen können hier eingesehen werden.
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Insgesamt wurden 633 von 61 Lebensversicherern unter die Lupe genommen. Dabei teilten die Analysten die Gesamtheit der Produkte in drei Schichten ein: Basis-Renten (1. Schicht), Riester-Renten (2. Schicht) und sämtliche private Rentenversicherungen (3. Schicht). Für eine qualifizierte Vergleichbarkeit wurden alle Produkte innerhalb einer Schicht einem der folgenden 5 Produktkategorien zugeordnet:
Jeder fünfte Tarif ein Testsieger
Insgesamt erzielten nur 3 Klassik-Tarife die Höchstnote „FFF+“ von Franke und Bornberg. Bei den neuen Klassik-Tarifen waren es hingegen 33. Unter den Fonds-Tarifen reichte es bei 29 für die Höchstnote. Die garantieorientierten Hybrid-Tarife stellen mit 48 Stück die meisten Top-Produkte und unter den beitragsorientierten Hybriden wurde 10 mal die Höchstnote „FFF+“ verteilt. Damit befindet sich knapp jeder fünfte Tarif (19,4 Prozent) unter den Testsiegern.
Eine genaue Auflistung mit den Ergebnissen aller getesteten Tarife liefert Franke und Bornberg aufgeteilt in die 1. Schicht, die 2. Schicht und die 3. Schicht.
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