Interview
Terrorversicherung: „Makler sollten ihre Bestände jetzt analysieren“

Schon seit Jahresbeginn müssen Makler für Terror-Neugeschäft bis 50 Millionen Euro auf Erstversicherer zugehen. Sind die Terror-Leistungen der Erstversicherer gleichwertig mit der Extremus-Police?

Ob die Terrorleistungen der Erstversicherer besser, schlechter oder gleichwertig zur Extremus-Police sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Im Bestandsgeschäft kommt es maßgeblich darauf an, wie der jeweils besitzende Versicherer agiert, welches Risiko vorliegt und welche Zeichnungskapazität intern zur Verfügung steht. Die Ergebnisse können daher sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Wording, Limits und SB-Regelungen.
Wie viel Vorlaufzeit sollten Vermittler beim Bestandsgeschäft für die Umdeckung von 25 bis 50 Millionen Versicherungssumme von Extremus zu Erstversicherern einplanen?

Für eine Umdeckung von Risiken zwischen 25 und 50 Millionen Euro sollte aus meiner Sicht ausreichend Vorlauf eingeplant werden. Abhängig von Risikoart, Standorten, gewerblicher Nutzung und Versicherer halte ich mehrere Monate für realistisch und sinnvoll, um Angebote einzuholen, Bedingungen zu vergleichen, Besichtigungsunterlagen zu aktualisieren und die Abstimmung mit dem Versicherer sauber vorzubereiten.
Wie sollten Makler jetzt vorgehen: Bereits Angebote von Erstversicherern einholen oder ist es dafür noch zu früh?

Makler sollten ihre Bestände jetzt analysieren und prüfen, welche Risiken künftig von den neuen Schwellenwerten betroffen sind. Insbesondere im Real-Estate-Bereich kommt es bei größeren Objekten regelmäßig zu Terrorausschlüssen, sobald Gebäudewerte über 25 Millionen Euro liegen. Hier sollte frühzeitig das Gespräch mit dem besitzenden Versicherer gesucht werden, um gegebenenfalls einen Einschluss bis 50 Millionen Euro zu verhandeln. Eine vorschnelle Umdeckung ohne Abstimmung halte ich hingegen nicht für zielführend.
Gibt es Schulungen von Verbänden oder spezialisierten Assekuradeuren, die Maklern dazu Hilfestellung geben?

Spezielle Schulungen zu diesem Thema sind mir aktuell nicht bekannt. Unterstützung erhalten Makler jedoch beispielsweise über ihre Mitgliedschaft im BDVM, über Interessenverbände sowie über eigene Maklernetzwerke und den fachlichen Austausch innerhalb dieser Plattformen.
