Diebstahl- und Kaskoschutz

Fahrrad-Versicherungen im Test: Das sind die besten Tarife

Pünktlich zur beginnenden Radsaison hat die Stiftung Warentest separate Fahrradversicherungen unter die Lupe genommen. Das positive Ergebnis: Sehr guten Diebstahl-Schutz gibt es schon für rund 30 Euro pro Jahr.

Mountainbiker zwischen Krokusblüten

Die Radsaison beginnt – eine guter Grund, den Versicherungsschutz zu überprüfen. | Quelle: :Uwe Moser

Fahrräder und E-Bikes können grundsätzlich über die Hausratversicherung versichert werden. Das ist in der Regel bequem, bietet aber auch Nachteile. So sind hier zum Beispiel häufig die Versicherungssummen begrenzt, ältere Verträge können außerdem eine Nachtzeitklausel enthalten, die den Versicherungsschutz für Fahrräder außerhalb der Wohnung zur Nachtzeit (oft 22 bis 6 Uhr) ausschließt.

Separate Policen bieten mehr Schutz

Für Besitzer hochwertiger Räder oder E-Bikes empfiehlt sich daher eine separate Fahrradversicherung mit Diebstahl- und Kaskoschutz. Die Stiftung Warentest hat jetzt 112 solcher Tarife von 45 Anbietern getestet. Das Ergebnis: guter Versicherungsschutz muss nicht teuer sein. Insgesamt halten die Prüfer 24 Tarife für empfehlenswert.

Die Signal Iduna etwa bietet deutschlandweit den günstigsten sehr guten Diebstahl-Schutz: Je nach Wert des Rads liegt der monatliche Beitrag zwischen 32 Euro (Trekkingrad für 1.500 Euro) und 50 Euro (E-Lastenrad für 6.000 Euro). Wichtig zu wissen: Die Versicherungsbeiträge sind bei einigen Anbietern ortsabhängig, andere arbeiten bundesweit mit einheitlichen Preisen.

Kaskoschutz für teure Räder sinnvoll

Wer etwas mehr investiert, kann sein Bike über einen Kaskotarif zusätzlich gegen Unfälle, Vandalismus oder Verschleiß absichern. Dieser Schutz lohnt sich laut Stiftung Warentest vor allem für Vielfahrer mit sehr teuren Rädern ab 3.000 Euro. Für ein Trekkingrad (1.500 Euro) bietet zum Beispiel P&P Pergande & Pöthe in Berlin (teurer Ort) sehr guten Kasko-Schutz für 60 Euro pro Jahr. Ein 6.000-Euro-E-Lastenrad versichert die Ammerländer dort in ihrem Classic-Tarif für 225 Euro.

Kriterien für Top-Tarife

Um im Test sehr gut abzuschneiden, mussten Diebstahl-Tarife die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Neuwertentschädigung über mehrere Jahre – für das gesamte Rad und alle Einzelteile,

  • keine komplizierten Sicherheitsauflagen,

  • fest verbundene Teile wie Reifen und Sattel sind geschützt,

  • es gibt auch dann Geld zurück, wenn nur Teile des Fahrrades gestohlen werden.

 Die besten Diebstahlschutz-Tarife im Überblick

Anbieter

Tarifname

Testergebnis

Huk-Coburg

Diebstahl-Schutz

sehr gut (1,0)

HUK24

Diebstahl-Schutz

sehr gut (1,0)

VKR

Diebstahl-Schutz

sehr gut (1,0)

Signal Iduna

Fahrrad-Diebstahl (Paket S)

sehr gut (1,4)

Adam Riese

XXL (Diebstahl)

sehr gut (1,5)

Adam Riese

XXL (Diebstahl + Pannenhilfe)

sehr gut (1,5)

Andsafe

Diebstahl, Schutzbrief

sehr gut (1,5)

Die besten Kaskoschutz-Tarife im Überblick*

Anbieter

Tarifname

Testergebnis

Huk-Coburg

Diebstahl-Schutz + Reparatur-Schutz

sehr gut (1,1)

HUK24

Diebstahl-Schutz + Reparatur-Schutz

sehr gut (1,1)

P&P Pergande & Pöthe (Kravag)

Bike-ASSekuranz SofortschutzPlus

sehr gut (1,2)

P&P Pergande & Pöthe (Kravag)

Bike-ASSekuranz SofortschutzPlus + Schutzbrief

sehr gut (1,2)

WGV

Optimal

sehr gut (1,2)

Ammerländer

Exclusiv

sehr gut (1,4)

Häger

RadKasko Top-Privat

sehr gut (1,4)

Signal Iduna

Fahrrad-Diebstahl und Beschädigung (Paket M)

sehr gut (1,4)

Ammerländer

Classic

sehr gut (1,5)

Häger

RadKasko Kompakt-Privat

sehr gut (1,5)

Schutzgarant (Barmenia Direkt)

Diebstahl-Schutz + Kasko-Schutz

sehr gut (1,5)

* Die besten Kaskotarife bis 200 Euro Jahresbeitrag (Berlin) für ein 3.000-Euro-Rad

Fahrraddiebstahl: Wichtige Zahlen auf einen Blick

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2024 rund 245.900 Fahrräder gestohlen. Da nicht alle Diebstähle angezeigt werden, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen. Die Entschädigungsleistung für die Versicherer lag bei 160 Millionen Euro.

Bringt man die Einwohnerzahl und die Anzahl der Diebstähle in Relation, ergibt sich ein verblüffendes Bild. Die Hotspots des Fahrradklaus in Deutschland heißen Göttingen, Münster und Magdeburg. Cottbus und Leipzig folgen auf Rang vier und fünf. In absoluten Zahlen hat Berlin die meisten Fahrraddiebstähle zu beklagen.