Maklers Meinung

„Vergleicher sind nützlich, gute Beratung kann mehr“

Wie Vergleichsrechner die Beratung bereichern und worauf bei ihrem Einsatz zu achten ist, erklärt Versicherungsmakler Milan Wasem-Bartel in seinem Gastkommentar.

12:06 Uhr | 08. Juni | 2023
Versicherungsmakler Milan Wasem-Bartel

Bei Versicherungsmakler Milan Wasem-Bartel kommen Vergleichsrechner oft erst an nachgelagerter Stelle im Beratungsprozess zum Einsatz.

| Quelle: Wasem-Bartel

Vergleicher sind sehr nützlich. Sie ersparen mir, bei jedem Versicherer selbst die notwendigen Dokumente und Angebote einzuholen. Zudem erleichtern sie die Dokumentation und liefern sauber aufbereitete Tabellen mit den relevanten Bedingungen der unterschiedlichen Gesellschaften. 

Aber bei mir als Makler mit Fokus auf Biometrie-Produkten kommen die Tools oft erst an nachgelagerter Stelle im Beratungsprozess zum Einsatz. Vorher erarbeite ich die Gesundheitshistorie eines Mandanten. Dafür nutze ich anonyme Risikovoranfragen bei ausgewählten Versicherern. Die Gesellschaften bewerten die Risikosituation der Mandanten unterschiedlich. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung kann ich häufig im Vorfeld abschätzen, welche Gesellschaft den Mandanten zu guten Bedingungen aufnehmen wird. So stelle ich meine Risikovoranfragen gezielt bei in Frage kommenden Gesellschaften. 

Ein „richtiger“ Risikoprüfer kann eine Gesundheitshistorie des Mandanten viel individueller bewerten und so häufig bessere Votings abgeben als dies ein elektronisches Risikotool kann. Ein Risikoprüfer kann einzelne Ereignisse in der Gesundheitshistorie im Zusammenhang bewerten und so auch Vorerkrankungen annehmen, welche elektronische Risikotools ablehnen würden. So ist wiederkehrendes Bauchweh im Zusammenhang mit einer anderen geheilten und nicht mehr relevanten Vorerkrankung versicherbar, mit einer ungeklärten Ursache allerdings nicht. Hier ist der Risikoprüfer der Gesellschaft individueller. 

Mit diesem Know-How kann einem Mandanten häufig mit einer individuellen und sauber aufgearbeiteten Gesundheitshistorie noch eine Arbeitskraftabsicherung verschafft werden, obwohl hier entsprechende Vergleicher oder Tools kein annehmbares Ergebnis geliefert hätten. 

Anhand meiner Erfahrung filtere ich zum Beispiel fünf Anbieter vorab heraus, stelle dort die anonymen Risikovoranfragen und erst danach setze ich einen Vergleicher ein. Aus der Liste, die mir das Analysewerkzeug „ausspuckt“, arbeite ich dann nur mit den vorher angefragten Versicherern weiter. Schließlich habe ich dann drei passende Tarife: einen für die Mindestabdeckung der Kundenwünsche, einen mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis und einen mit TOP-Leistungen. Das ist dann die Gesprächsgrundlage für die weitere Beratung. Kurz: Vergleicher sind nützlich, aber gute Beratung kann mehr. 

Hinweis: Diese „Maklers Meinung“ bezieht sich auf unseren Text „So objektiv arbeiten Vergleichsrechner“.