Die finnische Hauptstadt Helsinki steht für vieles: innovative Kunst, Kultur und Architektur. Doch beim Anblick des Riesenrads inklusive Sauna-Gondel und angesichts von rund drei Millionen Saunen bei nur 5,5 Millionen Einwohnern in Finnland steht Helsinki vor allem für eines: einen konsequenten Sauna-first-Ansatz. Egal, was hier gebaut wird – an eine Sauna wird offenbar immer zuerst gedacht. Für Deutsche wäre das sicher ein Umdenken.
Und genau ein solches Umdenken plant Maklerpool Blau Direkt – nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern vor allem auch in der Maklerschaft. Allerdings geht es dabei nicht um Saunen, sondern um Künstliche Intelligenz.
Sasha Justmann, CTO von Blau Direkt, hat im Unternehmen einen KI-first-Ansatz in der IT etabliert. Dieser soll dazu führen, bei neuen Aufgabenstellungen zunächst zu prüfen, ob sich ein Problem mithilfe von KI lösen lässt. In der Maklerpraxis könnte das künftig bedeuten, ebenfalls zuerst an KI zu denken – insbesondere dort, wo sie bei zeitintensiven Routinetätigkeiten unterstützen kann.
Maklerschaft unterschiedlich KI-ready
Doch trifft dieser Ansatz überhaupt den Bedarf der Makler? Der Maklerpool beobachtet, dass die Erwartungshaltung gegenüber KI stark variiert. Entscheidend seien dabei laut Sascha Justmann weder Alter noch Betriebsgröße, sondern vor allem die „Awareness“ und die Bereitschaft, sich mit dem technologischen Wandel auseinanderzusetzen.
Das bestätigen auch Gespräche, die procontra im Umfeld der Veranstaltung mit verschiedenen Maklern geführt hat. Einige sagen: „Ich mache gerne alles mit, was mir das Leben erleichtert – aber Blau Direkt soll mir das bitte so liefern, dass es funktioniert.“ Andere haben bereits selbst intensiv experimentiert und wünschen sich weitergehende Möglichkeiten. Und es gibt sehr spezialisierte Makler, die mit ihrem bestehenden Geschäftsmodell zufrieden sind und mit den bisherigen Funktionen der „Ameise“, dem Maklerverwaltungsprogramm von Blau, und der Simplr-App gut auskommen. Diese stellen eher die Frage: Brauche ich überhaupt noch mehr?
Über alle Gruppen hinweg spielt jedoch ein Aspekt eine zentrale Rolle: die Nähe zum Kunden. Diese will niemand aufgeben – schon gar nicht an die Technik.
Unterschiedliche Vermittlerschubladen parallel bedienen
Justmann zufolge gibt es sowohl technikaffine Einzelkämpfer mit ausgeprägtem „Spieltrieb“ als auch spezialisierte Makler, die aktuell kaum zusätzlichen Bedarf sehen, weil ihr Geschäft vor allem über Empfehlungen und klassische Beratung läuft. Ziel von Blau Direkt sei es daher, unterschiedliche „Vermittlerschubladen“ parallel zu bedienen.
Für Makler, die KI möglichst einfach nutzen möchten, steht künftig „AMEISE Intelligence“ zur Verfügung – ein Chatbot, der direkt im MVP Ameise integriert ist. Damit lassen sich beispielsweise Kundeninformationen, Vertragsinhalte oder Bedarfe schnell analysieren. Der Test auf der Bühne verlief reibungslos, wie sich das System im Makleralltag bewährt, wird sich nun zeigen. Parallel dazu bietet Blau Direkt mit „Qonekto AI“ eine Creator- beziehungsweise Profi-Lösung für technikaffine Vermittler an, in der unter anderem fortgeschrittene KI-Tools wie n8n oder Make.com eingebunden sind.
Justmann ist überzeugt, dass KI Maklern mehr Zeit für die Kundenbeziehung verschaffen kann, wenn sie administrative Aufgaben reduziert oder vereinfacht. „Du musst weniger Maklerbüro, sondern mehr Makler werden“, sagt er – und meint mit „Büro“ vor allem die zeitaufwendigen Verwaltungstätigkeiten.
KI kann nicht blind vertraut werden
Ganz ohne eigenes KI-Verständnis wird es jedoch nicht gehen. Zwar kann Blau Direkt sicherstellen, dass etwa Datenschutzanforderungen auf Pool-Seite berücksichtigt werden. Dennoch bleibt der Vermittler in der Verantwortung. Das gilt auch für potenziell fehlerhafte Ergebnisse, die KI-Systeme liefern können. Zwar plant Blau Direkt, Warnhinweise in die Systeme zu integrieren, die abschließende Qualitätskontrolle wird dem Makler aber nicht abgenommen.
Vergleichsrechner mit mehr Möglichkeiten
Unabhängig davon hat sich auch bei anderen technischen Bausteinen etwas getan. Der Vergleichsrechner, den blau direkt gemeinsam mit comparit anbietet, wurde weiterentwickelt. Nach Angaben des Maklerpools sollen neue Sach- und PKV-Rechner dabei helfen, die zunehmende Produkt- und Tarifvielfalt strukturierter darzustellen und die Vorbereitung von Beratung und Abschluss zu erleichtern.
Die comparit-Rechner werden weiter in die Systeme von blau direkt integriert. Ziel ist es, Vergleichs- und Antragsprozesse stärker zu standardisieren und Medienbrüche im Makleralltag zu vermeiden. Über die Anbindung an das Maklerverwaltungsprogramm AMEISE können Kundendaten direkt in die comparit-Rechner übernommen werden, etwa für Risikovoranfragen oder Tarifvergleiche. In vielen Fällen entfällt dadurch eine erneute Dateneingabe – Prozesse werden beschleunigt und der administrative Aufwand reduziert.
Long Story short
KI-first statt Tool-first: Blau Direkt setzt konsequent auf einen KI-first-Ansatz, um Makler bei administrativen Aufgaben zu entlasten und mehr Zeit für Beratung und Kundenbeziehung zu schaffen.
Unterschiedliche Makler, unterschiedliche Zugänge: Mit AMEISE Intelligence für Einsteiger und Connector AI für Power-User will der Pool verschiedene Vermittlertypen parallel abholen.
Mehr Effizienz im Alltag: Weiterentwickelte Vergleichsrechner von Comparit und eine stärkere Systemintegration sollen Medienbrüche reduzieren und Beratungs- sowie Abschlussprozesse vereinfachen.

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