Der Ärger zwischen den beiden Nürnberger Maklerunternehmen Helmsauer Gruppe und Helmsauer Verbund geht weiter. Zwar hatten beide Parteien am 5. Februar viele Streitpunkte mit einem Vergleich vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth beilegen können – procontra berichtete. Jedoch wurde anscheinend nur wenige Tage später, am 9. Februar, eine einstweilige Anordnung der Helmsauer Gruppe gegen die Helmsauer Versicherungsmakler GmbH, die hinter dem Helmsauer Verbund steht, erlassen. Darauf weist die Helmsauer Gruppe an diesem Freitagnachmittag in einem Pressestatement hin.
„Das Gericht untersagte dem ‚Helmsauer Verbund‘ unter anderem die Verwendung bestimmter Bezeichnungen und Werbeaussagen, die geeignet sind, Verwechslungen mit der Helmsauer Gruppe hervorzurufen“, heißt es darin. Dabei geht es offenbar auch um den Firmennamen beziehungsweise die Marke, unter der die Brüder Steffen und Bastian Helmsauer mit ihren jüngst gegründeten Maklerfirmen auftreten. In dem Vergleich, der procontra vorliegt, heißt es vorangestellt: „Aber es stellt sich schnell heraus, dass ein wesentlicher Streitpunkt ist, unter welcher Firma die Antragsteller (Anm. d. Red.: die Brüder Helmsauer) im Rechtsverkehr auftreten dürfen. Diese Streitigkeit kann heute nicht gelöst werden.“
Namensänderung unter Zwang?
Vor diesem Hintergrund erscheint die kürzliche Namensänderung des Helmsauer Verbunds in Helmsauer Brüder Verbund in einem etwas anderen Licht. Am 11. Februar hatte das Unternehmen auf Linkedin gepostet, dass man mit allen Gesellschaften entsprechend umfirmiert habe, um den Aspekt des von zwei Brüdern geführten Familienunternehmens noch deutlicher herauszustellen. Ob dieser Aspekt allein ausschlaggebend für die Umfirmierungen war oder ob man dazu von der Gegenseite juristisch gezwungen wurde, dazu waren Steffen und Bastian Helmsauer vor dem procontra-Redaktionsschluss an diesem Freitagnachmittag nicht mehr zu erreichen. Die Helmsauer Gruppe wiederum schreibt dazu: „Die Namensänderung nach den einstweiligen Anordnungen nehmen wir zur Kenntnis.“
Viel Konfliktpotenzial in Nürnberg
Nach dem abrupten Abgang von Firmen-Chef Bernd Helmsauer im Dezember, hatten auch seine beiden Söhne, Bastian und Steffen Helmsauer, das ursprüngliche Familienunternehmen, die Helmsauer Gruppe, verlassen. Seitdem bauen sie sich mit dem Helmsauer Verbund beziehungsweise nun Helmsauer Brüder Verbund ein eigenes Maklerunternehmen auf. Dabei geht es allerdings auch um Themen wie das Abwerben von Mitarbeitenden aus der Helmsauer Gruppe sowie die Ähnlichkeit der beiden miteinander konkurrierenden Maklerunternehmen, die Potenzial für Auseinandersetzungen liefern. Ob in Nürnberg nach der jüngsten Namensänderung wirklich Frieden Einzug hält, bleibt abzuwarten.


