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Blau Direkt kooperiert mit Muffintech: KI-Einsatz für Vermittler geplant

Blau Direkt und das Insurtech Muffintech haben eine Kooperation gestartet, um KI-Anwendungen stärker im Vermittleralltag zu verankern. Ziel ist es nach Angaben der Unternehmen, Makler bei Verwaltung und Beratung zu entlasten und Prozesse effizienter zu gestalten.

Simon Moser

Einst als Makler unterwegs, nun als Techunternehmen mit Fokus auf KI für Makler: Muffintech-Chef Simon Moser. | Quelle: Muffintech

Blau Direkt und das Insurtech Muffintech haben eine Kooperation angekündigt, mit der Künstliche Intelligenz stärker im Vermittlermarkt eingesetzt werden soll. Ziel der Zusammenarbeit ist es nach Angaben der beteiligten Unternehmen, Maklerinnen und Makler bei administrativen Aufgaben zu entlasten und Beratungsprozesse effizienter zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen KI-Anwendungen, die im Tagesgeschäft unterstützen sollen – etwa bei der Informationssuche, der Beantwortung von Standardfragen oder der Vorbereitung von Beratungsgesprächen. Der Ansatz folgt dem Anspruch, KI nicht als Zukunftsprojekt, sondern als operatives Hilfsmittel zu nutzen. „Vermittler leisten heute deutlich mehr Verwaltungsarbeit als noch vor wenigen Jahren“, sagt Sasha Justmann, CTO von Blau Direkt. KI könne helfen, manuelle Aufwände zu reduzieren und Kapazitäten für Beratung und Kundenservice freizumachen – eine Einschätzung, die das Unternehmen selbst aus seiner Markterfahrung ableitet.

Versicherungsfachwissen als technologische Basis

Technologischer Kern der Kooperation ist die KI von Muffintech, die auf einem eigenen sogenannten Insurance-Core basiert. Dieser bündelt nach Unternehmensangaben umfangreiches Versicherungsfachwissen und dient als Grundlage für die generierten Antworten. Muffintech gibt an, dass das System derzeit die Sachkundeprüfung nach § 34d GewO mit einer Quote von 98 Prozent bestehen würde – ein Wert, der die fachliche Tiefe der Lösung belegen soll. In der geplanten Anwendung sollen Vermittler unter anderem in Echtzeit Informationen zu Tarifen, Bedingungen und Deckungskonzepten abrufen können. Die KI soll relevante Dokumente durchsuchen und Inhalte strukturiert aufbereiten. Darüber hinaus sehen die Unternehmen Einsatzmöglichkeiten im Vertrieb, etwa bei der verständlichen Aufbereitung komplexer Sachverhalte oder bei der Bearbeitung wiederkehrender Serviceanfragen. Ob und in welchem Umfang diese Funktionen den Beratungsalltag tatsächlich verändern, wird sich erst im praktischen Einsatz zeigen.

Ein Baustein einer umfassenderen KI-Strategie

Beide Partner betonen, dass die Kooperation langfristig angelegt ist und kontinuierlich weiterentwickelt werden soll. „Unsere Use Cases sind aus dem Vermittleralltag heraus gedacht“, sagt Simon Moser, CEO von muffintech. Ziel sei es, Prozesse zu beschleunigen und zugleich die Rolle des Vermittlers zu stärken. Weitere Details will Blau Direkt auf der Network Convention in Helsinki vorstellen, von der procontra auch berichten wird. Dort sollen zusätzliche Anwendungsfelder präsentiert werden, etwa zur stärkeren Integration KI-gestützter Assistenzsysteme in bestehende Plattformen und Prozesse. Die Kooperation mit muffintech markiert damit einen weiteren Schritt, KI stärker in operative Abläufe einzubinden – ob und wie nachhaltig dies gelingt, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.

Long Story short

  • Kooperation für den Vermittlermarkt: blau direkt und muffintech bündeln ihre Kompetenzen, um KI-Anwendungen gezielt für Versicherungsvermittler nutzbar zu machen.

  • Fokus auf Entlastung im Alltag: Nach Angaben der Unternehmen soll Künstliche Intelligenz vor allem Verwaltungsaufwand reduzieren und die Beratung effizienter unterstützen.

  • Baustein einer größeren KI-Strategie: Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und Teil der übergeordneten Digital- und KI-Ausrichtung von blau direkt.