Bei der profino Tagung zum digitalen Maklerbüro diskutierten Theresa Dummer, digital.verkaufen.lernen (DVL), Maximilian Keller, Gründer des KI-Betriebssystems Tara OS sowie Thomas Eickhof, Chief Product Officer bei Blau Direkt, über den Status Quo der Maklerbüros, über Chancen und Herausforderungen. Immer im Blick dabei, dass Technologien zwar immer bedeutender werden, aber der Mensch weiterhin sowohl als Kunde als auch als Berater im Mittelpunkt steht.
KI als nächster „Mitarbeiter“
Für Maximilian Keller, Gründer des KI-Betriebssystems Tara OS, steht fest: Künstliche Intelligenz wird in Zukunft eine zentrale Rolle im Maklerbüro spielen. KI werde Prozesse übernehmen, Informationen aufbereiten und Vermittler im Beratungsalltag unterstützen. „Die KI wird Vermittlern ständig zuarbeiten und so quasi die nervige Detailarbeit übernehmen und damit ein Mitarbeiter sein, der die eigentliche Beratung unterstützt“, erklärte Keller. So könnten Makler vor Kundenterminen automatisierte Briefings erhalten, inklusive Produkthinweisen, Risiken und relevanter Kundendaten. Gleichzeitig betonte er, dass die finale Entscheidung weiterhin beim Menschen liege.
Auch für Thomas Eickhof, Chief Product Officer bei Blau Direkt, hat KI vor allem das Ziel, Vermittler von administrativen Aufgaben soweit es geht zu entlasten, damit mehr Zeit für Beratung und Vertrieb bleibe. Wie weit die Digitalisierung bereits fortgeschritten ist, erläutert Theresa Dummer anhand praktischer Beispiele. In ihrem Maklerbetrieb sind viele Prozesse vollständig digital organisiert hat. Neukundengewinnung, Kommunikation und Terminvereinbarungen laufen dort weitgehend automatisiert. Jedoch gab es auf dem Weg dorthin viel aus Fehlern zu lernen, und es musste vieles immer wieder hinterfragt und verändert werden.
„Wenn wir nur schreiben, haben wir eine Abschlussquote von fünf Prozent. Wenn wir telefonieren, liegt sie bei über 60 Prozent."
„Der größte Denkfehler besteht darin, zu glauben, man kann einen analogen Prozess einfach in einen digitalen verwandeln“, sagt Theresa Dummer. Und auch, wenn die Technik eine große Hilfe ist, sieht sie Grenzen. Insbesondere in der Beratung bleibe der persönliche Kontakt entscheidend. „Wenn wir nur schreiben, haben wir eine Abschlussquote von fünf Prozent. Wenn wir telefonieren, liegt sie bei über 60 Prozent“, erklärt Dummer. Für die Expertin offenbart sich damit vor allem, dass Digitalisierung eine persönliche Beratung nicht ersetzen kann und darf, sondern sie ermöglichen soll. Routineaufgaben, Terminabstimmungen oder Datenpflege könnten automatisiert werden. Die eigentliche Beratung bleibe jedoch menschlich.
Integrierte Plattformen werden wichtiger
Ein weiteres zentrales Thema der Diskussion war die Frage, wie Makler künftig mit der wachsenden Zahl digitaler Tools umgehen können. Während spezialisierte Anwendungen viele Vorteile bieten, sehen die Experten vor allem bei fehlenden Schnittstellen Probleme. Eickhof warnte vor Medienbrüchen und doppelter Datenpflege. Gerade im Zusammenspiel mit KI werde Datenqualität zu einem entscheidenden Faktor. „KI braucht Daten und je besser Systeme miteinander kommunizieren, desto größer wird diese Grundlage und damit der Nutzen“, sagt Eickhof
Die Diskussion macht deutlich, dass offene Plattformen und integrierte Systeme künftig ein wichtiger Wettbewerbsvorteil werden könnten. Denn je stärker Prozesse automatisiert werden, desto wichtiger wird eine reibungslose Vernetzung aller Anwendungen. Jedoch hängen der Einsatz sowie der Erfolg von Einzellösungen oder eben von integrierten Plattformen stark von den Vorlieben und Arbeitsweisen der Vermittler ab.
Balance zwischen Technik und persönlichem Kontakt
Trotz aller technologischen Möglichkeiten blieb die Kernbotschaft der Runde eindeutig: Das digitale Maklerbüro der Zukunft wird nicht vollständig automatisiert sein. Vielmehr gehe es darum, die richtige Balance zwischen Effizienz und persönlicher Beratung zu finden. KI könne Back-Office-Aufgaben übernehmen, Informationen strukturieren oder Kommunikationsprozesse vereinfachen. Empathie, Vertrauen und individuelle Beratung blieben jedoch weiterhin die zentrale Stärke von Vermittlern.

