Schadenfall der Woche

Ehemaliger Sparkassen-Anlageberater betrügt Kunden um 2,1 Mio. Euro

Fünf Jahre Haft für einen ehemaligen Sparkassen-Anlageberater: Ein außergewöhnlicher Fall von Betrug und Veruntreuung, bei dem Kunden um Millionen betrogen wurden.

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12:08 Uhr | 28. August | 2025
Ein nach hinten austretendes Zebra

| Quelle: procontra

Richter am Strafgericht erlebt man selten sprachlos, doch der Fall eines ehemaligen Anlageberaters der Sparkasse Schweinfurt lässt die Richter des Landgerichtes fassungslos zurück. Laut einem Bericht der Mainpost hat der Anlageberater seine Kunden im großen Stil dazu verleitet, ihm Geld zu geben, um sein Luxus-Leben zu finanzieren. Die Ermittlerin hat laut Bericht gesagt: „Er hat seine Kunden regelrecht gemolken.“

Der 58-jährige Berater hatte über Jahre hinweg Bankkunden dazu gebracht, ihm Bargeld zu überlassen – mit dem Versprechen, dieses gewinnbringend anzulegen. Stattdessen nutzte der Täter das Geld jedoch, um seinen eigenen Lebensstil zu unterstützen. Die Große Strafkammer verurteilt den 58-Jährigen wegen Betrugs in 117 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Zudem soll ein Wertersatz von 708.029 Euro einbezogen werden. Die Kammer stellte fest, dass für 75 bereits verjährten Taten eine gesonderte Wertersatzsumme von 791.488,27 Euro fällig wurde.

Geständnis als Notbremse

„Ich weiß fast gar nicht, was ich zu diesem Verfahren sagen soll“, sagte die Vorsitzende Richterin Claudia Guba am Freitag. Sie erklärte weiter, dass vor dem Landgericht Schweinfurt zwar viele „sehr spezielle Verfahren“ verhandelt werden, doch dieser Fall sie „auf eine andere Art und Weise fast sprachlos“ mache. Guba fügte hinzu, dass, wenn der Prozess weitergeführt worden wäre, „wir noch ein paar Zeugen gehört und womöglich noch ein paar Straftaten in ihrem Umfeld aufdecken können“. Der 58-Jährige habe „gut daran getan, mit seinem Geständnis die Notbremse zu ziehen“.