Kostendruck
IKK-Fusion: Zwei Krankenkassen planen Zusammenschluss

Die IKK gesund plus mit Sitz in Magdeburg und die IKK Brandenburg und Berlin bereiten gerade ihren Zusammenschluss vor. Läuft alles nach Plan, soll die Fusion bereits im Juli eingetütet werden.
„Es geht bei diesem Schritt um Effizienzsteigerungen, etwa bei Prozessen oder der Vertragsoptimierung“, so „Ikk gesund plus“-Sprecher Gunnar Mollenhauer gegenüber procontra. Noch befände man sich in der Prüfphase, das gemeinsame Interesse an einem Zusammenschluss sei aber vorhanden.
Die IKK gesund plus hat bundesweit 425.000 Versicherte, die von über 700 Mitarbeitern betreut werden. Die Kasse entstand Anfang 2004 durch die Fusion der IKK Sachsen-Anhalt und der IKK Bremen und Bremerhaven. In diesen beiden Bundesländern unterhält sie auch die meisten ihrer 39 Geschäftsstellen.
Die Innungskrankenkasse für Brandenburg und Berlin (IKK BB) hat rund 550 Mitarbeiter und 210.000 Versicherte. Sie gliedert sich in vier zentrale Service-Center in Berlin, Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) und betreibt insgesamt 25 Geschäftsstellen sowie 8 Servicestellen beim Kooperationspartner Signal Iduna.
Beide Kassen leiden unter den stark anwachsenden Ausgaben im Gesundheitswesen, die den Einnahmen immer weiter davonlaufen. So wies etwa die 2024er Bilanz der IKK gesund plus ein negatives Rechnungsergebnis von gut 57 Millionen Euro aus.
Auch wenn Unternehmenssprecher Mollenhauer das so nicht bestätigen wollte, erfolgt die geplante Fusion deshalb wohl auch aus finanziellen Gründen. Ob es dabei zu Standortschließungen oder einem Abbau von Personal kommen wird, ist derzeit noch offen.
In Deutschland gibt es derzeit 93 Krankenkassen. Im Jahr 2000 waren es noch 420. Kritiker wie CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann würden die Anzahl gern drastisch reduzieren, um Kosten einzusparen. Primär kleinere Krankenkassen sollten aussortiert werden, so die Forderung. Als mögliche Schwelle sind 200.000 oder 250.000 Versicherte im Gespräch.
Auch vor diesem Hintergrund macht der geplante Zusammenschluss der beiden IKKen also durchaus Sinn. „Es geht tatsächlich darum, sich für die Zukunft gut aufzustellen“, betont Mollenhauer.
Die IKK gesund plus mit Sitz in Magdeburg und die IKK Brandenburg und Berlin planen eine Fusion, um effizienter zu werden und Kosten zu senken.
Hintergrund sind steigende Ausgaben und finanzielle Belastungen im Gesundheitssystem.
Die Fusion passt zum politischen Trend, die Zahl der Krankenkassen deutlich zu reduzieren.
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