Umfrage

Hohe Heimkosten: Immer mehr Arbeitnehmer wollen betriebliche Pflegeversicherung

Die bPV gewinnt unter Arbeitnehmern an Bedeutung. Besonders sinnvoll erscheinen dabei Leistungen für pflegende Angehörige. Insgesamt haben schon fast 3 Millionen Beschäftigte eine bKV.

Chef umringt von Mitarbeitenden

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer räumen der betrieblichen Pflegeversicherung als kostenlose Zusatzleistung ihres Arbeitgebers eine große Bedeutung ein. | Quelle: AleksandarGeorgiev

Die Sorge vor den immer höheren Eigenanteilen für die Unterbringung im Pflegeheim (aktuell durchschnittlich 3.245 Euro im Monat) kommt anscheinend zunehmend in den Köpfen der arbeitenden Bevölkerung an. Denn während die private Pflegezusatzversicherung seit Jahren nicht so recht vorankommt, wünschen sich 76,3 Prozent der Beschäftigten eine betriebliche Pflegeversicherung (bPV) von ihrem Arbeitgeber. Das geht aus einer Civey-Umfrage im Auftrag des KV-Verbands unter 2.500 Beschäftigten hervor.

Dass die bPV mit Blick auf betriebliche Zusatzleistungen einen relativ hohen Stellenwert genießt, zeigt der Vergleich mit zum Beispiel Öffi-Tickets oder Dienst-Handys vom Arbeitgeber: 64,2 Prozent der Befragten würden die bPV diesen Leistungen vorziehen.

Ein Hemmnis für die bPV ist, dass mit dem Eintritt in den Ruhestand in der Regel auch der Versicherungsschutz endet. Doch gerade im Rentenalter erwischt die Pflegebedürftigkeit die meisten Menschen. Was hingegen viele Menschen während ihrem Berufsleben ereilt, ist die Pflege von Familienangehörigen. Dies kostet Zeit, Nerven und Geld. Doch es gibt bereits bPV-Produkte, die spezielle Geld- und Assistance-Leistungen für pflegende Angehörige bieten.

Laut dem PKV-Verband genießen mittlerweile rund 450.000 Personen den Schutz durch eine bPV. Eine betriebliche Krankenversicherung (bKV), zu der die bPV zählt, haben insgesamt sogar 2,82 Millionen Beschäftigte. Das sind 364.300 mehr als noch 2024 (+14,8 Prozent). Rund 60.000 Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitenden mittlerweile eine bKV an. Das sind 8.200 mehr (+15,6 Prozent) als im Vorjahr.