Schadenfall der Woche
Fake-Arzt rechnet über Medicaid ab: Mutmaßlicher Millionenbetrug

Ein mutmaßlicher Versicherungsbetrug sorgt derzeit in den USA für Schlagzeilen: Wie das Nachrichtenportal CT Insider unter Berufung auf die Ermittlungsbehörden berichtet, soll ein 61-jähriger Mann ohne ärztliche Zulassung über Jahre hinweg als Mediziner gearbeitet und Behandlungen über das staatliche Krankenversicherungsprogramm Medicaid abgerechnet haben. Festgenommen wurde er am 22. Januar 2026. Ebenfalls verhaftet wurde der 83-jährige Praxisinhaber, der laut Staatsanwaltschaft die Abrechnung verantwortet haben soll.
Nach Angaben der zuständigen Medicaid Fraud Control Unit soll sich der Beschuldigte zwischen Januar 2021 und März 2025 als Arzt ausgegeben, Patienten untersucht, Injektionen verabreicht und Medikamente verschrieben haben. Abgerechnet worden seien die Leistungen jedoch unter der offiziellen Zulassung des Praxisinhabers. Die Ermittler werfen beiden Beschuldigten Health-Insurance-Fraud vor, also gezielten Abrechnungsbetrug zulasten eines staatlichen Versicherungsprogramms.
Besonders brisant: Laut Durchsuchungsunterlagen, aus denen CT Insider zitiert, soll der Fake-Arzt teils unter verschiedenen Arzt-Pseudonymen aufgetreten sein. Der Praxisinhaber hingegen habe gegenüber den Behörden erklärt, der mutmaßliche Betrüger sei lediglich als Übersetzer tätig gewesen. Zeugenaussagen und Dokumente widersprechen dieser Darstellung nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch deutlich.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein bekanntes Problem im Gesundheitswesen: Abrechnungsbetrug im System staatlicher Kostenträger. Medicaid ist ein steuerfinanziertes Programm zur medizinischen Versorgung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen. Entsprechend sensibel reagieren Behörden auf mögliche Manipulationen. Die Ermittlungen laufen, über die genaue Schadenshöhe machten die Behörden bislang keine Angaben.
Die Berichterstattung von CT Insider stützt sich auf Angaben der Staatsanwaltschaft von Connecticut sowie auf Ermittlungsunterlagen der Medicaid Fraud Control Unit. Beide Beschuldigten gelten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.
