Neues Jahr, neuer Zusatzbeitrag: Viele Krankenkassen haben zum Jahreswechsel ihren jeweiligen Zusatzbeitrag erhöht – Millionen Versicherte müssen folgerichtig mehr für ihre Krankenversicherung bezahlen.
Laut Zahlen des GKV-Spitzenverbands stieg der durchschnittliche Zusatzbeitrag im neuen Jahr auf 3,36 Prozent – das sind 0,23 Prozentpunkte mehr als noch 2025. Insgesamt 42 der insgesamt 93 Krankenkassen schraubten zum Jahreswechsel die Zusatzbeiträge nach oben. Zugleich gab es aber auch zwei Kassen, bei denen der Zusatzbeitrag sank: So senkte die geschlossene Karl Mayer Betriebskrankenkasse den Zusatzbeitrag um 0,4 Prozentpunkte auf 2,99 Prozent. Auch die Knappschaft Bahn-See senkte ihren Zusatzbeitrag um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Mit insgesamt 4,3 Prozent gehört sie jedoch weiterhin zu den Kassen mit dem höchsten Zusatzbeitrag.
Bei einigen Kassen stieg der Zusatzbeitrag indes deutlich: Sieben Kassen erhöhten ihn um 0,9 oder mehr Prozentpunkte. Am deutlichsten fiel der Anstieg dabei für die Mitglieder der BKK EWE aus (siehe Tabelle).
Krankenkasse | Zusatzbeitrag Ende 2025 | Zusatzbeitrag 2026 | Veränderung (in Prozentpunkten) |
BKK EWE | 1,98 % | 3,19 % | + 1,21 |
BKK Exklusiv | 2,39 % | 3,49 % | + 1,1 |
Energie BKK | 2,98 % | 3,98 % | + 1 |
BKK Werra-Meißner | 3,39 % | 4,35 % | + 0,96 |
VIACTIV Krankenkasse | 3,27 % | 4,19 % | + 0,92 |
BKK ProVita | 2,99 % | 3,79 % | + 0,9 |
BKK Groz-Beckert | 2,5 % | 3,4 % | + 0,9 |
Günstigster Anbieter ist nach wie vor die BKK Firmus. Die Bremer Krankenkasse ließ ihren Zusatzbeitrag unverändert bei 2,18 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt aller 93 Krankenkassen. Im zurückliegenden Jahr hatte die kleine Kasse aus dem Norden der Republik ihren Zusatzbeitrag jedoch gleich zweimal anheben müssen. Weitere günstige offene Kassen sind die BKK Fabel-Castell (2,48 Prozent) und die BKK Public (2,5 Prozent).
Das sind die günstigsten offenen Krankenkassen
Krankenkasse | Zusatzbeitrag Ende 2025 | Zusatzbeitrag 2026 | Veränderung in Prozentpunkten |
BKK Firmus | 2,18 % | 2,18 % | - |
BKK Faber-Castell | 2,18 % | 2,48 % | + 0,3 |
AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland | 2,47 % | 2,47 % | - |
BKK Public | 2,3 % | 2,5 % | + 0,2 |
hkk | 2,19 % | 2,59 % | + 0,4 |
Audi BKK | 2,4 % | 2,6 % | + 0,2 |
AOK Bayern | 2,69 % | 2,69 % | - |
Techniker | 2,45 % | 2,69 % | + 0,24 |
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen bleiben nach wie vor groß: So reicht die aktuelle Bandbreite derzeit zwischen 2,18 und 4,39 Prozent. Einsparpotenzial für die Versicherten wäre folglich vorhanden.
Doch bislang haben sich die Deutschen als Wechsel-Muffel präsentiert. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Finanzportals Finanztip. So ergab eine Umfrage im Dezember 2025 unter insgesamt 1.017 Personen, dass im vergangenen Jahr gerade einmal fünf Prozent ihre Kasse wechselten. 39 Prozent der Befragten berichteten indes, noch nie ihre Krankenkasse gewechselt zu haben.
Dabei ist das Einsparpotenzial hoch. In einem Beispielfall eines Arbeitnehmers mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 55.000 Euro errechnete Finanztip eine Beitragsersparnis von 262 Euro bei einem Wechsel von einem teuren hin zu einem günstigen Anbieter. Einen Wechsel der Kasse haben – zumindest laut Umfrage – zudem die meisten nicht bereut. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) zeigten sich zufriedener mit ihrer neuen Kasse. Nur vier Prozent gaben an, nach dem Wechsel unzufriedener zu sein. Wichtig ist dabei, nicht nur auf die Höhe des Zusatzbeitrags zu achten. Unterschiede gibt es bei den Kassen auch hinsichtlich der Zusatzleistungen, Bonusprogramme und digitalen Services.
Auch Makler entdecken das GKV-Geschäft zunehmend für sich. So hat sich beispielsweise das Hamburger Unternehmen Kassenkompass komplett auf das Thema Gesetzliche Krankenversicherung spezialisiert und einen speziellen Rechner entwickelt, der den Wechsel der jeweiligen Kasse erleichtern soll.
Long Story short
Zum Jahreswechsel haben 42 von 93 Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöht, der durchschnittliche Zusatzbeitrag stieg laut GKV-Spitzenverband auf 3,36 Prozent, während nur zwei Kassen ihre Beiträge senkten. Trotz großer Unterschiede zwischen 2,18 und 4,39 Prozent und teils erheblichem Einsparpotenzial wechseln nur wenige Versicherte ihre Krankenkasse, obwohl die Mehrheit der Wechsler zufriedener ist.

