IW-Analyse

Wohnindex 2026: Mieten steigen weiter, Kaufpreise treten auf der Stelle

Während die Kaufpreise von Wohnimmobilien in Deutschland stagnieren, steigen die Mieten weiterhin deutlich an. Das zeigt der aktuelle Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das erste Quartal.

Moderner Wohnblick in Berlin

Moderner Wohnblock: Die Mieten in Deutschland sind auch im ersten Quartal weiter gestiegen. | Quelle: querbeet

Eine Entspannung der Mietmärkte ist in Deutschland weiterhin nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Neuvertragsmieten lagen im ersten Quartal 2026 bundesweit 3,5 Prozent über dem Vorjahreswert – in Düsseldorf (+5,9 Prozent), Köln (+5,7 Prozent) und Hamburg (+5,1 Prozent) sogar noch darüber.

Umland besonders stark betroffen

Besonders kräftig fielen die Mietanstiege im Umland aus: Rund um die Top-7-Städte zogen die Mieten um 4,2 Prozent an, um die übrigen Großstädte um 3,9 Prozent. Der Grund liegt auf der Hand: Wer sich die Miete in der Großstadt nicht mehr leisten kann, zieht ins Umland – und treibt die Preise dort in die Höhe.

Verhaltener entwickelten sich in den vergangenen Monaten die Kaufpreise: Eigentumswohnungen kosteten im ersten Quartal dieses Jahres 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Ein- und Zweifamilienhäuser legten lediglich um 0,7 Prozent zu. Im Vergleich zum vergangenen Quartal stagnieren beide Segmente bei je 0,1 Prozent. Ein Grund für diese Entwicklung sieht das IW im anhaltend hohen Zinsniveau.

Preisfaktor Energieeffizienz

Ein wichtiger Preisfaktor, auch das zeigt der Wohnindex, bleibt weiterhin die Energieeffizienz einer Immobilie, auch wenn die weltweite Ölknappheit infolge des Irankriegs den Wohnungsmarkt noch nicht so hart treffe wie der Energiepreisschock nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

„Spätestens seit 2022 achten Käufer stärker darauf, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht“, sagt IW-Immobilienökonom Pekka Sagner. „Dieser Trend verfestigt sich: Energieeffizienz ist kein vorübergehendes Krisenthema, sondern schlägt sich dauerhaft in den Preisen nieder."

Long Story short

  • Neuvertragsmieten steigen um 3,5 Prozent bundesweit, in Großstädten teils über 5 Prozent

  • Umland verzeichnet besonders starke Mietanstiege durch Abwanderung aus Städten

  • Kaufpreise stagnieren weitgehend – gebremst durch hohe Zinsen und veränderte Nachfrage.