In einer Studie der Versicherungsforen Leipzig haben sich große Probleme in der Absicherung bestimmter Risiken in Gewerbe- und Industrieversicherung gezeigt.
Knapp die Hälfte der befragten Maklerinnen und Makler bewerten die aktuelle Absicherungssituation im Industriegeschäft als schwierig. 29 Prozent stufen die Lage sogar als sehr schwierig ein. Im Gewerbeversicherungsbereich werden von knapp der Hälfte der Befragten punktuelle Engpässe wahrgenommen. Die Absicherungsengpässe betreffen dabei primär Sachrisiken: 80 Prozent der befragten Maklerinnen und Makler nennen Feuer, Explosion, Blitzschlag und Leitungswasser als besonders von Kapazitätsengpässen betroffen. 63 Prozent sehen Schwierigkeiten bei der Betriebsunterbrechungsversicherung.
Die Befragung zeigt, dass sich die Kundinnen und Kunden aus dem Gewerbe- und Industrieversicherungsbereich mit erheblichen Belastungen konfrontiert sehen: steigende Prämien, höhere Selbstbeteiligungen und verschärfte Brandschutzauflagen erschweren den Erhalt von vollumfänglichem Versicherungsschutz. Unternehmen müssen zunehmend Unterversicherung in Kauf nehmen, wodurch ein Teil des versicherungstechnischen Risikos bei ihnen verbleibt.
Zugang zu Versicherungsschutz wird zusätzlich erschwert
Um sich dennoch bestmöglich vor Risiken zu schützen, sind Präventionsmaßnahmen, wie Investitionen in den Brandschutz, unerlässlich. Paradoxerweise werden diese notwendigen Investitionen oft ausgebremst, da der für die Kreditfinanzierung erforderliche Versicherungsschutz nicht gewährt wird. Dieser erschwerte Zugang zu Versicherungsschutz wird von den Befragten als zentraler Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich empfunden.
Zudem sind 85 Prozent der Befragten der Ansicht, dass große Versicherungsmakler leichter Versicherungsschutz für ihre Kunden erhalten. Dies wird hauptsächlich auf deren Marktmacht durch hohes Prämienvolumen und Bestandsgröße zurückgeführt, was ihnen eine starke Verhandlungsposition verschafft. In der Wahrnehmung der Befragten priorisieren Versicherer Großmakler aus wirtschaftlichem Interesse und aufgrund des Risikoausgleichs durch gemischte Portfolios. Kritisch wird dabei die Bevorzugung von Großmaklern auch bei schlechterer Risikoqualität angemerkt.
Welche Risiken für Makler die größte Herausforderung bei der Absicherung darstellen, hat procontra in einer Bilderstrecke zusammengefasst.
Deckungsnotstand: Diese Risiken sind besonders schwer zu versichern

1. Feuer, Explosion, Blitzschlag und Leitungswasser
Risiken wie Feuer, Explosion, Blitzschlag und Leitungswasserschäden sind laut 80 Prozent der Befragten besonders von Absicherungsengpässen betroffen.
Deckungsnotstand in Industrie & Gewerbe: Diese Branchen sind besonders betroffen

1. Abfallwirtschaft und Recycling
Die Befragten sehen die Absicherung für Recycling- und Abfallwirtschaftsbetriebe als extrem schwierig an – primär bedingt durch hohe Brandrisiken und einen massiven Rückzug der Versicherer aus diesem Segment. „Kunststoffverarbeitende Industrie - hier ziehen sich die Versicherer zurück“, zitiert die Umfrage hier ein BDVM-Mitglied.