Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) übt scharfe Kritik an einem Online-Artikel der Tagesschau von dieser Woche, der den Titel „Wie viel Vermögen man durch Provisionen verliert“ trägt. Die Darstellung sei einseitig, methodisch sehr fragwürdig und Teil einer ideologisch geprägten Kampagne gegen den provisionsbasierten Beratungs- und Vermittlungsmarkt, lässt der Vermittlerverband dazu an diesem Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung verlautbaren.
In dem Bericht wird einmal mehr thematisiert, dass bei den meisten Versicherungs- und Finanzprodukten Kosten aus den laufenden Beiträgen der Kunden abfließen. Dabei wird auch erklärt, dass diese notwendig sind, um zum Beispiel Gebäude- und Personalausgaben der Produktgeber zu decken, sowie die geleistete Beratung per Provision zu vergüten.
Trotz der Erläuterung dieser Notwendigkeit wird sodann moniert, dass diese Kosten dem Finanzprodukt Kapital entziehen, welches sich in der Folge nicht mehr verzinsen kann. Bei 200 Euro Monatsbetrag über 40 Jahre (96.000 Euro gesamt) und 1,5 Prozent Effektivkosten würde das bei einem ETF mit konstant sechs Prozent Rendite rund 100.000 Euro weniger Endkapital bedeuten (300.000 statt 398.000 Euro), rechnet der Bericht vor. Bei zwei Prozent Effektivkosten würden etwa 270.000 Euro übrigbleiben.
Beratung wichtig für Millionen Menschen
„Was hier als journalistische Aufklärung verkauft wird, ist in Wahrheit eine pauschale Verunglimpfung aller qualifizierten Vermittlerinnen und Vermittler“, echauffiert sich BVK-Präsident Michael H. Heinz. Schließlich sei provisionsbasierte Beratung notwendig, um Millionen Menschen zur Altersvorsorge zu bewegen. Viele könnten es sich nicht leisten, für Honorarberatung mehrere tausend Euro auf den Tisch zu legen, so Heinz.
Die Honorarberatung wird in dem Tagesschau-Bericht explizit als profitablere Variante dargestellt. Jedoch merkt Heinz an, dass in dem Bericht nicht ausgerechnet wurde, wie Honorare über Jahrzehnte hinweg zu Vermögensverlusten führen, weil sie schon vorher dem Altersvorsorgekapital entzogen werden.
Mit seiner Sichtweise steht Heinz nicht allein da. In Folge des Berichts finden sich auf Social Media zahlreiche Kommentare aus der Versicherungsbranche, die darauf hinweisen, dass Beratung und Finanzprodukte genauso wie handwerkliche Dienstleistungen nun einmal Geld kosten würden. Im Umkehrschluss hätten viele Menschen gar keine Rendite auf ihr Geld, da sie ohne Beratung gar nicht erst vorsorgen würden, fasst ein User zusammen.


