Altersvorsorge
So viel Netto wünschen sich die Deutschen für den Ruhestand

Die demografische Entwicklung in Deutschland ist hinlänglich bekannt. Die alternde Gesellschaft strapaziert das Rentenniveau. So ließ Bundeskanzler Friedrich Merz diese Woche verlauten, dass er die gesetzliche Rente allenfalls noch als Basisabsicherung fürs Alter ansehe. Doch wie viel Geld brauchen die Deutschen im Ruhestand mindestens? Und wie viel von ihrem Nettoeinkommen hätten sie, realistisch geschätzt, gerne noch für den Lebensabend?
Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des GDV rund 4.200 Erwerbstätige gefragt. Heraus kam: 58 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens beträgt der durchschnittliche Mindestbedarf, um im Alter noch über die Runden zu kommen. Ein Niveau, das laut Beispielrechnungen der Deutschen Rentenversicherung derzeit nicht erreicht wird.
Daneben beträgt die durchschnittliche Wunschvorstellung der Befragten 78 Prozent. Die Studienautoren erläutern, dass bei der Befragung auch erklärt wurde, dass man während der Erwerbstätigkeit auf Konsum verzichten müsse, um im Alter mehr zu haben. Auf diesem Wege sollten realistische Einschätzungen erreicht werden. Weniger als 50 Prozent ihres jetzigen Nettoeinkommens im Ruhestand wünschten sich 27,3 Prozent der Befragten. Fast genau so viele (23,5 Prozent) wollen im Alter dagegen mehr Einkommen haben als aktuell. Letzterer Wunsch ist unter Mieterinnen und Mietern höher als bei Menschen mit Wohneigentum. Das kommt womöglich daher, dass Mieter noch in einer früheren Phase ihrer Karriere sind und in deren weiterem Verlauf noch höhere Einkommen erzielen werden.
Ein Warnsignal kommt dagegen von den Befragten, die bereits zusätzlich privat und betrieblich vorsorgen: Von ihnen glaubt nur jeder Dritte, dass er seine eigene Wunschversorgung im Alter tatsächlich erreichen wird. Unter den Personen ohne zusätzliche Vorsorge glauben dies sogar nur 14 Prozent.
Mehr Eigenvorsorge übernehmen wollen 65 Prozent der Befragten. Nur 5 Prozent lehnen dies vollständig ab.
