Sorge um Pensionen

Nach Milliardenverlust: Zahnärzte-Versorgungswerk verklagt früheren Chef

Nach dem hohen Verlust von Altersvorsorgekapital versucht das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin dieses auf juristischem Wege zurückzuholen – offenbar auch bei seinem früheren Geschäftsführer.

Justizia Statue

Mit mehreren Klagen versucht das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin derzeit, die verlorenen Pensionsgelder seiner Mitglieder zurückzuholen. | Quelle: Lightstar59

Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) geht nun anscheinend auch gegen seinen langjährigen Chef vor. Wie das Nachrichtenportal Bloomberg berichtet, soll das VZB Anfang April eine Schadenersatzklage gegen seinen früheren Geschäftsführer, Ralf Wohltmann, beim Berliner Arbeitsgericht eingereicht haben. Eine Gerichtssprecherin habe dies gegenüber dem Medium bestätigt. Wie Bloomberg unter Berufung auf Insiderinformationen berichtet, fordere das VZB rund 50 Millionen Euro Schadenersatz von Wohltmann. Beide Seiten hätten sich auf Bloomberg-Nachfrage nicht dazu äußern wollen.

Laut dem Bericht wirft das VZB Wolthmann vor, für einen teil der hohen Verluste verantwortlich zu sein. Das Versorgungswerk betreut die Altersvorsorge von mehr als 10.000 Zahnärztinnen und Zahnärzten in Berlin, Brandenburg und Bremen. Zuletzt hatte es Verluste von rund 1,1 Milliarden Euro bekannt gemacht – etwa die Hälfte des verwalteten Vermögens. Ein Teil der Verluste geht offenbar auf riskante Investitionen in Hotels, Ferienanlagen, Start-ups wie den Digital-Versicherer Element und ungewöhnliche Projekte wie eine Garnelenzucht zurück.

Im Januar wurde bereits bekannt, dass das VZB vor dem Kammergericht Berlin Klage gegen insgesamt zwölf Parteien erhoben hat, darunter auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und das Land Berlin. Letzteres soll das Versorgungswerk und seine Entscheidungsträger nicht entsprechend der gesetzlichen Vorgaben beaufsichtigt haben.