Kaum Anleihen

Aktienanteil bei Generationenkapital soll 80 Prozent betragen

Für die Chefin der Stiftung für Investition für das Generationenkapital steht fest: Das von der Bundesregierung geplante Generationenkapital zur Absicherung der gesetzlichen Rente soll größtenteils in Aktien investiert werden.

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09:04 Uhr | 08. April | 2024
Älterer Herr am Tablet

Mit den Generationenkapital will die Bundesregierung das gesetzliche Rentensystem stabilisieren.

| Quelle: Liderina

„Aufgrund der Renditeanforderungen dürfte der Aktienanteil in Richtung 80 Prozent gehen„, sagte die Vorstandsvorsitzende der zuständigen Kenfo-Stiftung, Anja Mikus, der „Welt am Sonntag“. Das Portfolio werde „fast keine Anleihen haben“.

Mit den Generationenkapital will die Bundesregierung das gesetzliche Rentensystem stabilisieren. Das soll nicht dazu führen, dass Geld an der Börse „verzockt“ wird. „Wir zocken nicht. Da kann ich alle beruhigen“ sagte sie dem Medium. Es gehe nicht darum, kurzfristig Geld anzulegen und die Wertpapiere schnell wieder zu verkaufen. Die anvertrauten Mittel würden langfristig und weltweit diversifiziert investiert.

Mikus hält es für einen Fortschritt, dass der deutsche Staat anfängt, die Kapitalmärkte für die Altersvorsorge der Bürger zu nutzen. Andere Länder seien da weiter. Sie rechne konservativ mit einer jährlichen Rendite von im Durchschnitt sechs Prozent, von der Zinskosten in Höhe von drei Prozent für die Schulden des Bundes abgezogen werden müssten. Zur Erklärung: Der Bund nimmt zur Finanzierung des Generationenkapitals neue Kredite auf.

Ziel des Rentenpakets II ist es, die gesetzliche Rente als tragende Säule der Alters­sicherung langfristig durch ein dauerhaftes Rentenniveau von 48 Prozent stabil und im Hinblick auf die Ausgabenentwicklung mit dem Generationenkapital finanzierbar zu halten und dafür zu sorgen, dass die gesetzliche Renten­versicherung weiterhin auch für jüngere Generationen verlässlich bleibt.

Die zusätzliche Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung durch die Stiftung „Generationenkapital“ soll nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums ab 2036 eine Entlastung des Beitragssatzes durch Ausschüttungen von durchschnittlich 10 Milliarden Euro pro Jahr ermöglichen. Diese Mittel werden renditeorientiert und global diversifiziert am Kapitalmarkt angelegt. Innerhalb des Generationenkapitals wird ein Sicherheitspuffer bei Ausschüttungen eingerichtet, mit dem die Substanz des Stiftungsvermögens, insbesondere die gewährte Darlehenssumme, geschützt wird.

Noch wurde das Gesetz von Bundestag und Bundesrat aber nicht verabschiedet. „Ich hoffe, das gelingt bis zur Sommerpause“, sagte Mikus der „Welt am Sonntag“.