Erster gemeinsamer Jahresabschluss

Helvetia Baloise: Neuer Markenauftritt ab Mai geplant, Integration läuft

Helvetia Baloise ordnet sich in Deutschland nach der Fusion strategisch neu: Der Maklervertrieb soll wachsen, die Integration schreitet voran. 300 Stellen werden in Deutschland abgebaut und der neuer Markenauftritt unter dem Namen Helvetia startet bereits im Mai.

Helvetia-Hauptsitz in  St. Gallen in der Schweiz.

Blick auf den Hauptsitz des Schweizer Versicherers Helvetia in St. Gallen. | Quelle: Damian Poffet

Die fusionierte Helvetia Baloise Gruppe hat im Rahmen eines Capital Markets Day sowie eines Analysten-Calls ihre strategische Ausrichtung und das erste Mal einen gemeinsamen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Dabei schreibt das Schweizer Unternehmen Deutschland eine zentrale Rolle zu. Laut Unternehmensangaben ist Deutschland die größte Auslandseinheit der Gruppe.

Helvetia Deutschland verfüge über ein Prämienvolumen von mehr als 2,7 Milliarden Euro, eine Combined Ratio von rund 92 Prozent sowie ein breites Vertriebsnetz mit etwa 3.000 Maklerverbindungen und 750 Partnern im Exklusivvertrieb.

Helvetia hat insgesamt im Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben Underlying Earnings (bereinigtes Ergebnis) in Höhe von 633,4 Millionen Schweizer Franken (etwa 633,4 Millionen Schweizer Franken) erzielt, was einem Anstieg von 19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 528,6 Millionen Schweizer Franken) entspricht. Baloise kam – bereinigt um fusionsbedingte Einmaleffekte – auf einen Aktionärsgewinn von 570,6 Millionen Schweizer Franken (je nach Wechselkurs 585–605 Millionen Euro).

Anlässlich der Ergebnisse wurde die neue Konzernstrategie mit den drei Säulen „Close“, „Focused“ und „Excellent“ bekannt gegeben, die insbesondere auf profitables Wachstum, stärkere Marktnähe und eine Fokussierung auf ausgewählte Sparten abzielt. Wie das jedoch operativ im Detail aussehen wird, wurde noch nicht vollständig klar.

Maklergeschäft als Teil der Wachstumsstrategie

Für den deutschen Markt stellt Helvetia Baloise insbesondere den Maklerkanal in den Mittelpunkt ihrer Wachstumsstrategie. Nach Angaben des Konzerns soll das Kundengeschäft in Deutschland im Mai 2026 zusammengeführt werden, parallel ist ein gemeinsamer Verkaufsstart mit dem neuen Markenauftritt „Helvetia“ für Makler vorgesehen. Für den Exklusivvertrieb ist ein Start im Juli geplant. Group-CEO Fabian Rupprecht hatte im Rahmen des Calls betont, dass Deutschland neben der Schweiz zu den zentralen Integrationsmärkten zählt. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen die bereits kommunizierten Sparmaßnahmen, darunter ein konzernweiter Stellenabbau von 2.000 bis 2.600 Stellen bis 2028, wovon rund 300 Stellen auf Deutschland entfallen sollen.

Nach Unternehmensangaben wurden bereits etwa 1.100 Stellen abgebaut, überwiegend über sozialverträgliche Maßnahmen. So seien vor allem offene Stellen nicht mehr nachbesetzt worden. Die Integration verlaufe „nach Plan“, so Rupprecht. Ob und wie schnell sich daraus tatsächlich operative Synergien im deutschen Markt ergeben, bleibt abzuwarten.

Investitionen in IT, KI und Datenanlyse geplant

Inhaltlich setzt Helvetia Baloise nach eigener Darstellung auf eine Kombination aus vertriebsnaher Ausrichtung, Fokus auf rentable Sparten und technologischer Weiterentwicklung. So soll der Maklervertrieb gezielt ausgebaut werden, während gleichzeitig Investitionen in IT, Datenanalyse und Künstliche Intelligenz erfolgen. Ziel sei es, Prozesse zu beschleunigen und die Effizienz zu steigern. Rupprecht verwies im Call darauf, dass KI künftig eine „zunehmend zentrale Rolle“ spielen werde. Gleichzeitig betont das Unternehmen die Bedeutung des Exklusivvertriebs als stabilen Vertriebskanal.

Viele operative Details – etwa zur konkreten Ausgestaltung des Produktportfolios oder zur nachhaltigen Integration der Strukturen – sind bislang jedoch noch offen geblieben.

Long Story short:

  • Helvetia Baloise positioniert Deutschland als zentralen Markt und will vor allem im Maklervertrieb wachsen.

  • Integration und Stellenabbau laufen nach Unternehmensangaben planmäßig, konkrete Effekte im Markt müssen sich aber noch zeigen.

  • Strategie und Zahlen wirken solide – entscheidend wird, ob die Umsetzung im Vertrieb und in der IT gelingt.