Nach der Fusion

Erste Bilanz von SDK und Stuttgarter: Gesundheitskosten drücken Ergebnis

Am 1. Juli 2025 haben sich Stuttgarter und SDK zusammengeschlossen. Jetzt ziehen sie erstmals gemeinsam Bilanz. Die Zahlen können sich sehen lassen, ein Bereich dämpft allerdings die Freude erheblich.

Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter (links), und Dr. Ulrich Mitzlaff, Vorstandsvorsitzender der SDK

Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter (links), und Dr. Ulrich Mitzlaff, Vorstandsvorsitzender der SDK | Quelle: SDK & Die Stuttgarter

Die Stuttgarter Lebensversicherung (SLV) und die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) haben nach ihrem Zusammenschluss am 1. Juli 2025 erstmals eine gemeinsame Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt. Addiert knacken die gebuchten Bruttobeiträge fast die Schallmauer von 2 Milliarden Euro – insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.943,2 Millionen Euro verbucht.

Rekord im Leben-Neugeschäft der Stuttgarter

Dabei steigern beide Gesellschaften ihre Beitragseinnahmen. Zudem realisiert die Stuttgarter im Neugeschäft in der Lebensversicherung erneut ein Rekordergebnis: Die Beitragssumme steigt von 2,18 auf 2,27 Milliarden Euro und erreicht damit den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte.

Eine tragende Säule dieses Erfolges bleibt die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Ihr Anteil am gesamten Neugeschäft beträgt gut 26 Prozent. Auch in der Schaden- und Unfallversicherung sieht sich der Versicherer weiterhin auf Erfolgskurs.

Gesundheitsausgaben dämpfen Ergebnis

Die Stuttgarter, so könnte man etwas salopp sagen, hat also geliefert. Bei der SDK fällt die Bilanz dagegen nicht ganz so rosig aus. Im wichtigsten Segment, der Vollversicherung, konnte die Produktion zwar um fast 15 Prozent gesteigert werden. Und auch der Gesamtbestand der Versicherten erhöhte sich leicht von 682.000 auf über 683.000 Personen.

Auf der anderen Seite verzeichnete die SDK bei den Leistungsausgaben aber einen deutlichen Anstieg um 11 Prozent auf 831, 7 Millionen Euro. Die Folge: Das Geschäftsergebnis sinkt von 2024 zu 2025 von 88,3 auf 51,1 Millionen Euro, bricht damit also um gut 37 Millionen ein.

Maßgebliche Treiber für die gestiegenen Leistungsausgaben sind laut SDK der anhaltende Kostenanstieg im Gesundheitswesen. „Zu Recht gibt es in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die massiv steigenden Gesundheitskosten“, sagt Dr. Ulrich Mitzlaff, der Vorstandsvorsitzender der SDK. „In Relation zum Bruttoinlandsprodukt sind es die höchsten in der gesamten EU. Diese Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen sind deutlich in unserem Geschäftsergebnis abzulesen – zumal die PKV im Gegensatz zur GKV keine Finanzspritzen aus Steuermitteln erhält.“

Versicherer setzen auf weitere Synergien

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die neue Versicherungsgruppe insgesamt ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld. Vor diesem Hintergrund wollen beide Versicherer weitere Synergien heben. Das betrifft nach eigenen Angaben die Bereiche IT, Prozesse, Einkauf, Kapitalanlage sowie Innovation.

Ulrich Mitzlaff: „Besonderes Augenmerk legen wir auf die Verknüpfung beider Produkt- und Vertriebswelten. Beispielsweise arbeiten wir mit Hochdruck an einer Versicherungsplattform für die betriebliche Krankenversicherung und werden hier vertriebliche Synergien mit der Stärke der Stuttgarter im Bereich der bAV suchen.“

Long Story short

  • Kosten drücken Ergebnis: Die Leistungsausgaben der SDK steigen um 11 Prozent auf 831,7 Mio. Euro – das Geschäftsergebnis sinkt dadurch von 88,3 auf 51,1 Mio. Euro.

  • Gruppe wächst dennoch: Nach der Fusion erreichen Stuttgarter und SDK zusammen 1,94 Milliarden Euro Bruttobeiträge und damit fast die Zwei-Milliarden-Marke.