Partner wechsel Dich. Die Agila Haustierversicherung ist neuer Kooperationspartner von Fressnapf, mit knapp 2.800 Märkten Europas größtem Fachhändler von Tiernahrung und Tierzubehör. Seit erstem Januar dieses Jahres arbeitet die Fressnapf Gruppe im Versicherungsbereich nun mit dem Hannoveraner Versicherer zusammen.
„Wir haben Fressnapf als engagierten und zukunftsorientierten Akteur im Haustiersegment kennengelernt. Der unternehmenseigene Fokus auf das Wohl der Haustiere und ihrer Menschen ist überall spürbar, von der Unternehmensspitze bis in die einzelnen Filialen hinein. Dies deckt sich mit unserem eigenen Anspruch, Haustiere als Familienmitglieder bestmöglich abzusichern“, kommentierte Clara Broecker, die als Head of Business Development bei Agila die Kooperation maßgeblich verantwortet.
Agila verdrängt Petolo
Fressnapf-Kunden können künftig online Versicherungen des Hannoveraner Versicherers abschließen. Angeboten werden Tarife für Hunde und Katzen, darunter Haftpflicht-, OP- sowie Tierkrankenversicherungen. Erst vor kurzem hatte Agila seine Tarife grundlegend überarbeitet.
Der 1994 gegründete Versicherer betreut nach eigenen Angaben rund 480.000 Verträge. Seit 2022 gehört Agila zur Pinnacle Pet Group (PPG), einem der bedeutendsten Akteure auf dem europäischen Tierversicherungsmarkt. Besitzer der PPG ist wiederum die JAB Holding, die Investmentgesellschaft der deutschen Milliardärsfamilie Reimann. Diese ist in eine Vielzahl an Kosmetik-, Kaffee-und Fast-Food-Unternehmen investiert, hat zuletzt aber begonnen, verstärkt im Versicherungsbereich aktiv zu werden.
Die Agila hat damit DA Direkt verdrängt. Seit Mitte 2022 hatte die Zurich-Tochter über die Marke Petolo als Versicherungspartner von Fressnapf agiert. Für den Versicherer war die damals verkündete Kooperation, die sowohl den Verkauf der Hunde- und Katzenpolicen in den einzelnen Märkten als auch online beinhaltete, ein großer Erfolg. Entsprechend groß dürfte nun die Enttäuschung bei der DA Direkt sein.
Für deren Tochter, die Getolo GmbH, zu der auch die Marke Petolo gehört, war der Einstieg in die Tierkrankenversicherung bislang eine echte Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen berichtete in der Vergangenheit von starkem Wachstum. Insgesamt hat sich das gebuchte Prämienvolumen im Jahr 2024 um 73 Prozent auf 72,6 Millionen Euro – wobei hier Zahnzusatz- und Tierversicherungen zusammengezählt werden. Während lange Zeit die Zahnzusatzversicherung das wichtigste Geschäftsfeld für Getolo war, haben Tierversicherungen mittlerweile gleichgezogen.
Warum Ökosysteme für die Versicherer tückisch sind
DA Direkt setzt beim Vertrieb seiner Produkte stark auf Kooperationen. So werden die Produkte unter anderem auch in den Märkten der Baumarkt-Kette hagebau vertrieben. Im vergangenen Jahr gab die Zurich-Tochter zudem bekannt, Kaufland als weiteren Vertriebspartner gewonnen zu haben – vertrieben werden hier online Kfz, Zahnzusatz- sowie Tierversicherungen.
Das Konzept, sich als Partner in bestehende Ökosysteme einzukaufen, birgt jedoch auch Gefahren, wie nun der Fall Fressnapf zeigt. Denn im Rahmen solcher Modelle treten die Versicherer in der Regel nicht als Marke auf, sondern als „White-Label-Baustein“. Markenvertrauen und Kundenloyalität kann der Versicherer hier nur schwer aufbauen. Entsprechend leicht ist es für die Ökosystem-Betreiber, die Versicherer auszutauschen.
Long Story short
Agila ist seit dem 1. Januar neuer Versicherungspartner von Fressnapf und ersetzt damit Petolo/DA Direkt; Fressnapf-Kunden können nun online Hunde- und Katzenversicherungen von Agila abschließen. Der Wechsel zeigt zugleich die Risiken von White-Label-Kooperationen, da Versicherer in solchen Ökosystemen leicht austauschbar sind und kaum eigene Kundenbindung aufbauen.

