Schadenfall der Woche
Versicherungsbetrüger täuschen Tod durch Stromschlag vor

Eine Bande von Versicherungsbetrügern in Indien hat offenbar versucht, todkranke Menschen schnell zu versichern und nach deren Ableben die Versicherungsleistung zu kassieren. So berichtet die indische Zeitung Bhaskar English über den Fall eines Mannes, der an einer komplizierten Organkrankheit litt. Zu Tode sei er dann aber überraschend durch einen Stromschlag bei der Feldarbeit gekommen. Diese Version hätten zumindest die Männer erzählt, die die Versicherungsprämie für ihn bezahlt haben und nun dem Vorwurf des Betrugs ausgesetzt sind.
Menschen aus dem Umfeld des Verstorbenen erzählten der Zeitung, eine Bande von Männern mache seit längerer Zeit in Armenvierteln regelrecht Jagd auf todkranke Menschen. Sie würden diesen schnell und einfach abschließbare Unfallversicherungen verschaffen wollen und versprächen ihnen beziehungsweise ihren Hinterbliebenen einen Anteil, wenn es zur Leistung kommt. Laut dem Bericht habe ein lokaler Versicherungsexperte aber erklärt, dass diese Policen für den Tod durch die bereits vorhandenen Leiden der Menschen, in der Regel schwere Erkrankungen, nicht leisten würden. Vielmehr würden Leistungen nur erbracht, wenn die Menschen durch einen Unfall ums Leben kämen, beispielsweise einen plötzlichen Stromschlag.
Bei der Obduktion des Mannes habe sich aber der Verdacht ergeben, dass dieser gar nicht durch einen Stromschlag ums Leben gekommen und teilweise verbrannt sei. Die innere Schwärzung des Leichnams sei eher auf eine Rauchbelastung als auf elektrische Verbrennungen zurückzuführen, sagte ein Arzt der Zeitung. Daraufhin sei die Polizei alarmiert und drei Verdächtige festgenommen worden. Ein vierter Beschuldigter werde weiterhin gesucht.
