Glänzende Aussichten

So werden Sie zum Edelmetallberater

Der Markt der Edelmetalle wächst und verspricht attraktive Provisionen. Für Vermittler kann es sich lohnen, das eigene Beratungsangebot über Weiterbildungsmaßnahmen zu erweitern.

08:02 Uhr | 01. Februar | 2024
Edelmetalle

Für Berater bietet das Geschäftsfeld Chancen.

| Quelle: Oat_Phawat

Geopolitische Risiken, die zinspolitische Unsicherheit an den Märkten und der anziehende Bedarf der Tech-Industrie pushen die Nachfrage nach Sachwerten aktuell spürbar. Dazu gehören auch Edelmetalle. Diese gelten als sicherer Hafen, um Vermögen zu bewahren. Vor allem Gold ist derzeit gefragt: Der Preis liegt seit Längerem bei über 2.000 Euro pro Unze.

Für Berater bietet das Geschäftsfeld Chancen, denn: „Der Markt bietet eine große und breite Kundenklientel, ein facettenreiches Produktuniversum und attraktive Provisionsstrukturen“, sagt Herbert Behr vom Familienunternehmen Golden Gates, das sich seit 2009 auf den Vertrieb von Edel- und Technologiemetallen spezialisiert.

Doch wie können sich Berater den Edelmetall-Markt erschließen, der neben Gold und Silber auch Weißmetalle wie Platin, Palladium und Rhodium umfasst, außerdem Industrie- und Technologiemetalle sowie Seltene Erden?

Ist eine zertifizierte Weiterbildung zum Edelmetallberater Pflicht, wie sie – neben Golden Gates – unter anderem auch Pro Aurum, Kettner Edelmetalle, Commodity Mida Trading, Intergold Edelmetalle oder GranValora anbieten? „Grundsätzlich kann jeder Finanzberater oder Makler Edelmetall-Produkte anbieten, ohne bestimmte Anforderungen oder Zulassungspflichten zu erfüllen“, sagt Behr.

Gewerbeerlaubnis nötig?

Allerdings ist mitunter eine Gewerbeerlaubnis erforderlich. Das ist der Fall, wenn Edelmetalle von der Bafin nicht als Handels- sondern als Finanzprodukte klassifiziert werden, „weil sie mit Zinsversprechen, einer garantierten Wertentwicklung oder anderen Zusatzleistungen wie einer Rückkaufgarantie einhergehen“, weiß Claudio Weyh, Sachwertexperte und Vertriebsleiter bei GranValora. Dies kann auf Zertifikate, Anleihen und Beteiligungsmodelle zutreffen, während der Handel mit Münzen und Barren, Einmalanlagen oder auch Sparplan-Angeboten ohne Auflagen erlaubt ist.

Viele Wege führen zum Ziel

Da es keine vorgeschriebene Qualifizierung für Edelmetallberater gibt, unterscheiden sich die Weiterbildungs-Offerten mitunter deutlich. Sie reichen von einer 3-jährigen Ausbildung (Edelmetallprüfer) über mehrmonatiges Coaching bis zu Online-Seminaren von unter einer Stunde und Präsenz-Schulungen.

Auch preislich gibt es enorme Unterschiede. So werden für eine zweitägige Intensivausbildung schon mal über 12.000 Euro verlangt (Apollo Edelmetalle). Andere Angebote sind wiederum kostenlos, richten sich dafür aber oft nur an eigene Vertriebspartner oder setzen eine zukünftige Kooperation voraus.

Privatanleger suchen vermehrt nach diversifizierten Portfolios, in den Edelmetalle integriert sind.
Herbert Behr, Vertriebsexperte und Vorstand von Golden Gates

Thematisches Curriculum als Orientierung

Die Vielzahl der Angebote kann Berater verunsichern. Deshalb sollten Interessierte zunächst recherchieren und dabei dem gesunden Menschenverstand folgen: Welche Angebote wirken seriös, wo setzen Störgefühle ein? Zudem können die Lerninhalte eine Orientierungshilfe bieten. Vermittelt die Weiterbildung praxisrelevantes Wissen, verbunden mit der Frage, wie relevant dies für zukünftiges Edelmetall-Geschäft ist – auch wenn der Markt in eine andere Phase eintritt. „Daher sollte eine Weiterbildung nicht nur aktuell relevante Kursinhalte bieten, sondern auch fachspezifische Themen vermitteln, um das Basiswissen zu stärken“, meint Behr.

Was mindestens auf dem Curriculum stehen sollte, ist Hintergrundwissen zur Geschichte, Förderung, dem Handel und Einsatzgebieten unterschiedlicher Edelmetalle sowie zur Funktion, Treibern und der Entwicklung einzelner Märkte. Zudem sollten auch Produkt-Kenntnisse und -Lösungen vermittelt werden, sowie steuerliche Aspekte und Tipps für die Akquise- und Verkaufspraxis.

Auch wenn zur Weiterbildung keine Pflicht besteht, ist sie ratsam, um fundierte Expertise im Edelmetall-Bereich aufzubauen, die auch in der Händler-Branche gefragt ist: „Wir empfehlen unseren Partnern dringend, sich gezielt zu qualifizieren und die Ausbildung zum Edelmetallberater zu absolvieren“, sagt Behr und betont den Mehrwert für Kunden und Berater: „Dies stärkt das Vertrauen der Kunden und erhöht die Wahrscheinlichkeit von erfolgreichen Verkaufsabschlüssen deutlich“, ist der Golden Gates-Fachmann überzeugt.

Gefragte Kooperationspartner

Was potenzielle Kooperationspartner angeht, brauchen sich Berater keine Sorgen zu machen: „Laut Branchenverband gibt es in Deutschland rund 1.200 Edelmetallhändler“, weiß GranValora-Experte Weyh. Von denen viele Vertriebspartner suchen. Aktuelle Beispiele sind – neben den erwähnten – auch die G Deutsche Gold aus Eltville und Langmann & Partner aus Graz. Gut zu wissen: Viele Händler bieten flexible Provisionsmodelle an, die Berater nach Gusto anpassen können, um unterschiedlichen Zeitaufwand differenziert zu vergüten.

Behr zweifelt nicht daran, dass der Edelmetall-Markt für Berater glänzendes Geschäft verspricht: „Privatanleger suchen vermehrt nach diversifizierten Portfolios, in den Edelmetalle integriert sind. Damit verbundene Dienstleistungen wie strategische Beratung und Produktvermittlung bieten attraktive Provisionsstrukturen und die Möglichkeit, langfristige und stabile Einnahmen zu generieren.“