EU-Kleinanlegerstrategie

Kein Provisionsverbot, dafür höhere Hürden bei der Anlagevermittlung

Wie der Vermittlerverband BVK ausführt, kann die EU-Kleinanlegerstrategie der Vermittlerschaft auch ohne ein Provisionsverbot noch genügend Schaden zufügen. Zum Beispiel werden die Hürden für die Anlagevermittlung höher gelegt.

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12:06 Uhr | 13. Juni | 2024
BVK-Präsident Michael Heinz

BVK-Präsident Michael Heinz

| Quelle: BVK

Die Verbände der Versicherungsbranche begrüßen, dass der EU-Ministerrates sich zur EU-Kleinanlegerstrategie (Retail Investment Strategy - RIS) geäußert hat und wie zuvor das EU-Parlament gegen allgemeine Provisionsverbote ausgesprochen hat.

Kritisch sieht der BVK dagegen, dass der EU-Rat vorhat, künftig höhere Hürden für die Vermittlung von Anlageprodukten zu etablieren. So sollen Tests zum Preis-Leistung-Verhältnis, dem sogenannten Value for money, die Geeignetheit von Produkten für Kunden sicherstellen. Außerdem möchte der EU-Rat die Transparenz der Kosten von Anlageprodukten erhöhen. Damit werden strengere Prüfprozesse für Vermittler einhergehen und die bereits bestehenden Informationspflichten verschärfen.

„Das Konzept des Value for money und von Geeignetheitsmaßstäben (Benchmarks) wird die Vermittlung von Anlageprodukten zusätzlich verkomplizieren, obwohl Kunden in der täglichen Anlageberatung schon jetzt über die Informationsflut stöhnen„, kommentiert BVK-Präsident Heinz die Entscheidung des EU-Rates. „Damit würde mehr Bürokratie Vorschub geleistet, anstatt sie abzubauen. Es stellt sich darüber hinaus die Frage, wer die Benchmarks bestimmt und wie sie kontrolliert werden sollen.“

Nach der Entscheidung des EU-Rates können die Trilogverhandlungen zwischen der EU-Kommission, dem EU-Rat und dem Europaparlament (EP) beginnen. Das ist allerdings erst dann möglich, wenn sich die EU-Kommission und das EP konstituiert haben. Der BVK rechnet damit, dass der Trilog voraussichtlich im Herbst startet und wird diesen Prozess mit seiner Expertise und der des europäischen Dachverbandes der Vermittler BIPAR begleiten.