Follower sind wie Applaus im Theater: fühlt sich gut an – aber davon bezahlst du weder Miete noch Mitarbeiter. Und trotzdem sehe ich 2026 immer noch Vermittler, die sich morgens zuerst die View-Zahlen reinziehen und abends frustriert sind, weil „irgendwie keine Anfragen kommen“. Überraschung: Reichweite ist kein Vertrieb. Reichweite ist nur die Bühne. Verkauft wird hinten, wenn der Vorhang längst zu ist.
Ich sage das so hart, weil ich die andere Seite kenne. Wir haben mit „Versicherungen mit Kopf“ nicht Reichweite aufgebaut, um hübsche Diagramme im Social-Media-Report zu haben, sondern weil wir verstanden haben: Vertrauen skaliert – Likes nicht. Und ja: Social Media ist ein Marathon, kein viraler Lottogewinn. Dieses „Landwirtschafts-Prinzip“ – säen, pflegen, gießen, Monate später ernten – ist bis heute die Wahrheit, auch wenn’s keiner hören will.
Ein Like ist noch kein Lead
Viele Accounts sind groß – und trotzdem komplett austauschbar. Warum? Weil sie Content machen, der nett ist, aber nichts auslöst. Ein Reel mit „3 BU-Tipps“ bringt dir vielleicht Likes. Aber ein Lead entsteht erst, wenn jemand denkt: „Genau mein Problem. Genau der Mensch, dem ich das anvertrauen würde.“
Und hier kommt der unangenehme Teil: Die meisten wollen Reichweite ohne Positionierung. Bloß niemandem auf die Füße treten. Bloß nicht polarisieren. Bloß „neutral“ bleiben. Ergebnis: Everybody’s Darling, aber Nobody’s Berater. Genau deshalb ist Personal Branding kein Marketing-Gedöns, sondern Überlebensstrategie. „Deine Marke bist du – oder du bist austauschbar.“
In unserer Beratungspraxis bei Versicherungen mit Kopf sehen wir das ganz klar: Menschen kommen nicht wegen eines einzelnen Posts. Sie kommen, weil über Wochen und Monate ein Bild entsteht: Kompetenz + Haltung + Verständlichkeit + Verlässlichkeit. Und dann muss der Prozess sitzen. Denn 2026 entscheidet sich Vertrauen nicht nur im Content, sondern in der Umsetzung: Reaktionszeit, Klarheit, digitale Abläufe, Erwartungsmanagement.
Lead-Qualität schlägt Lead-Quantität
Wenn du online sichtbar bist, aber Anfragen ins Leere laufen, weil du zwei Tage später antwortest oder der Erstkontakt nach „Callcenter“ klingt, dann verbrennst du nicht nur Leads – du verbrennst Reputation. Oder anders: Lead-Qualität schlägt Lead-Quantität. Zehn passende Anfragen sind besser als hundert, bei denen du dich wie ein Telefonverkäufer fühlst.
Viele glauben: „Wenn ich nur größer werde, wird’s leichter.“ Nein. Wenn dein System wackelt, wird’s bei mehr Reichweite nur noch problematischer. Mehr DMs, mehr Chaos, mehr schlechte Erstgespräche, mehr Absagen. Reichweite verstärkt, was da ist – auch deine Schwächen.
Deshalb machen wir es so: Wir bauen Content nicht als Selbstzweck, sondern als Filter. Der Content soll nicht jedem gefallen. Er soll die richtigen Menschen anziehen – und die falschen freundlich wegschieben. Wer mich nicht braucht, scrollt weiter. Und das ist okay.
2026 gewinnt nicht der Lauteste. Sondern der Klarste. Wenn du aus Likes Leads machen willst, brauchst du drei Dinge: eine klare Positionierung, Prozesse, die liefern, und Inhalte, die Vertrauen aufbauen statt nur Aufmerksamkeit abzugreifen. Alles andere ist nur sinnfreies und zeitraubendes Social-Media-Theater.
Oder ganz simpel: Reichweite ist nett. Aber nur Follower bezahlen eben keine Rechnungen.

