Strukturreformen statt Mehrbelastung

Kassenverband weist SPD-Vorstoß zu Gesundheitsabgabe strikt zurück

Neben dem Erwerbseinkommen will die SPD künftig auch Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen zur Finanzierung des Gesundheitswesens heranziehen – ein Vorschlag, der beim Verband der Ersatzkassen gar nicht gut ankommt.

Stethoskop auf Geldscheinen

Die Kosten im Gesundheitswesen sind in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert (Symbolfoto). | Quelle: eis:deepblue4you

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) weist den Vorschlag der SPD, eine Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte einzuführen, klar zurück. Nach Ansicht der Vorstandsvorsitzenden Ulrike Elsner löst eine solche Abgabe nicht die grundlegenden Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Gesundheitssystem kämpft mit Rekordausgaben

Laut vdek leidet das System vor allem unter einem massives Ausgabenproblem. Die Gesundheitsausgaben würden in diesem Jahr mit rund 370 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreichen. Deutschland liege mit Pro-Kopf-Ausgaben von über 5.400 Euro europaweit an der Spitze, ohne dass sich dies in einer überdurchschnittlichen Lebenserwartung widerspiegele. Ursachen seien unter anderem steigende Arzneimittelkosten sowie ineffiziente Strukturen in Krankenhäusern und der Notfallversorgung.

Versicherungsfremde Leistungen

Eine Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte würde nach Einschätzung des Verbands vor allem Versicherte mit mittleren Einkommen belasten. Elsner fordert stattdessen, dass der Staat versicherungsfremde Leistungen vollständig übernimmt. Allein die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger könnten die GKV so jährlich um mindestens zehn Milliarden Euro entlasten.

Long Story short

  • Der Verband der Ersatzkassen weist den SPD-Vorschlag einer Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte entschieden zurück.

  • Statt neuer Abgaben fordert der vdek Strukturreformen und eine staatliche Entlastung der GKV durch die Übernahme versicherungsfremder Leistungen.