GKV-Verband

Finanzierung der Pflegeversicherung 2025 nicht mehr gewährleistet

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen fordert eine grundlegende Überarbeitung der sozialen Pflegeversicherung. Die Finanzierung steht laut Vize-Vorstand Gernot Kiefer derzeit auf wackeligen Füßen. Umso wichtiger kann eine private Pflege-Zusatzversicherung sein.

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11:02 Uhr | 12. Februar | 2024
Hand hält leeres Portemonnaie auf

Die Ausgaben der Pflegeversicherung beliefen sich 2023 auf 56 Milliarden Euro. Bei steigendem Bedarf sei schon ab 2025 die Finanzierung nicht mehr gewährleistet.

| Quelle: Alexander Marc Duering

Das Statistische Bundesamt geht von über sieben Millionen Pflegebedürftigen für das Jahr 2050 aus. Der finanzielle Druck auf die Pflegeversicherung wird damit immer größer. Das wird in einem aktuellen Statement aus dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen deutlich.

"Wenn die Pflegeversicherung auch in den Jahren 2025 bis 2040 funktionieren soll, muss das System jetzt reformiert werden", sagte Vize-Vorstand Gernot Kiefer im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Das könne die Regierung aber nicht alleine gewährleisten. Er fordert daher eine Enquete-Kommission, um mit allen relevanten Gruppen - Parteien, Arbeitgebern, Gewerkschaften, Wissenschaft und pflegenden Angehörigen - in eine breite Diskussion zu gehen. Noch in diesem Jahr sollte diese Kommission ihre Arbeit aufnehmen. "Die Zeit drängt, wir stehen schon für die Jahre 2025 und 2026 vor großen Problemen", sagte Kiefer. "Wir steuern auf eine Notlage zu", sagte Kiefer.

Hinzukommt, dass im Pflegefall die Leistungen der Pflegepflichtversicherung ohnehin oft nicht ausreichen, um ein selbstbestimmtes und finanziell unabhängiges Leben führen zu können. Diese Versorgungslücke kann eine private Pflege-Zusatzversicherung schließen.