Mit einem Kurs von rund 90.000 US-Dollar ist der Bitcoin momentan ein ganzes Stück von seinen einstigen Höchstständen entfernt. Dennoch werden auch für dieses Jahr neue Höchststände erwartet. So ist man bei der Investmentbank Goldman Sachs davon überzeugt, im Laufe des Jahres einen neuen Höchststand von rund 160.000 Dollar zu sehen. Auch aus Sicht von JP Morgan deutet vieles auf eine erneute Kursexplosion in den nächsten Monaten hin.
„2025 war das Jahr, indem sich der Bitcoin als eigenständige Anlageklasse etabliert hat“, ist dann auch Oliver Schickentanz, Kapitalmarktexperte bei der Capitell AG, im Gespräch mit tagesschau.de überzeugt.
Bekannt, aber kaum genutzt
Eine neue Umfrage des Beratungshauses Bearingpoint zeigt nun aber: Kryptowährungen spielen für die wenigsten Deutschen eine Rolle, weder als Zahlungsmittel noch als Geldanlage. Und das, obwohl über 90 Prozent der Bevölkerung mittlerweile Kryptowährungen ein Begriff sind.
So hält nur rund ein Viertel (27 Prozent) der rund 2.000 Befragten Kryptowährungen für eine geeignete Geldanlage, nicht einmal ein Fünftel (18 Prozent) ist tatsächlich investiert. Im Vergleich hierzu fällt die Akzeptanz für Aktien (68 Prozent) oder Gold (72 Prozent) deutlich höher aus.
Auch wenn die Bekanntheit von Bitcoin & Co. über die zurückliegenden zehn Jahre deutlich gestiegen ist, bleibt die Skepsis gegenüber Kryptowährungen offenbar groß. Vor allem die großen Wertschwankungen (51 Prozent), regulatorische Unsicherheiten (41 Prozent) und Zweifel bezüglich der Verwahrung (41 Prozent) halten die Menschen von einem Investment ab. Zuletzt nahmen die Zweifel gegenüber den Kryptos sogar noch zu.
Entsprechend sieht auch nur ein kleiner Teil der Menschen Kryptowährungen als geeignetes Mittel zum Inflationsschutz. 14 Prozent der Befragten taten dies – im Vorjahr waren es noch 18 Prozent gewesen.
Kein passendes Wertaufbewahrungsmittel
Auch als „digitales Gold“ werden Bitcoin & Co. nur selten betrachtet. Immer wieder waren Kryptowährungen in der Vergangenheit als modernes Pendant zum klassischen Gold genannt werden. Ein passendes Wertaufbewahrungsmittel sind Kryptowährungen allerdings für die wenigsten: Nur 20 Prozent bejahten dies. Gold (80 Prozent) und staatliche Währungen (77 Prozent) sind hier deutlich beliebter.
Auch als Zahlungsmittel spielen Kryptowährungen nur eine minimale Rolle. Deutlich offener zeigen sich die Menschen jedoch gegenüber digitalen Zentralbankwährungen, wie beispielsweise dem geplanten digitalen Euro. Hier erklärte mehr als jeder Dritte (35 Prozent), eine solche digitale Währung nutzen zu wollen.
Long Story short
Trotz hoher Bekanntheit werden Kryptowährungen in Deutschland weiterhin kaum genutzt. Eine Bearingpoint-Umfrage zeigt: Nur 18 % sind investiert und viele bleiben wegen Volatilität, regulatorischer Unsicherheit und Verwahrungsfragen skeptisch – während 35 % einer digitalen Zentralbankwährung wie dem digitalen Euro eher offen gegenüberstehen.

