Kolumne

Und ewig lockt… das serielle Bauen 

Serielles und modulares Bauen gilt auch für Bauministerin Klara Geywitz als Schlüssel zu mehr und günstigerem Wohnraum. An der Umsetzung hapert es. Wir sind uns aber mit der Politik einig: Es muss wieder mehr gebaut werden. Ein Kommentar von Dr. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA).

14:04 Uhr | 23. April | 2024
Andreas Mattner, Präsident des ZIA

Andreas Mattner, Präsident des ZIA

| Quelle: ZIA

Während die Vision eines effizienten und kostengünstigen Bauens durch standardisierte Module und Bauteile lockt, bleibt der erhoffte Durchbruch aus. Wir, als Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, haben die Hindernisse klar benannt.  

Das so klare Bekenntnis zum seriellen und modularen Bauen scheitert leider allzu oft an der deutschen Realität – übersetzt: an den Genehmigungsbehörden und dem Genehmigungswillen vor Ort. Falsch verstandene Baukultur-Argumente und jeder Einzelne in Behörden und Fraktionen können damit das Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen aufhalten. 

Seriell zu bauen hat viele, auch ökologische Vorteile. Jedoch: Individuell geforderte Anpassungen erhöhen die Kosten. Die Vorbehalte sitzen tief. Mangelnde Baukultur, Plattenbau 2.0 – alles längst widerlegt. Eine effektive Lösung, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln – verpufft. Derzeit machen vorgefertigte Bauelemente lediglich fünf Prozent des deutschen Baubestands aus. Eine freundlichere Genehmigungspraxis muss her.  

Weniger Bürokratie, dafür mehr Anreize für serielles Bauen

Fortschritt verspricht hingegen eine bundesweit anerkannte Typengenehmigung und damit beschleunigte Umsetzung von Bauvorhaben. Die einfache Nutzung bereits genehmigter Module und Bauteile in verschiedenen Bundesländern wäre eine klare Erleichterung. Außerdem muss der Gebäudetyp E jetzt zügig kommen. Die Vereinfachung von Bauvorschriften und Normen ist überfällig. Weniger Bürokratie erleichtert das serielle Bauen weiter und macht es noch günstiger.  

Der ZIA schlägt zudem vor, dass Kommunen einen Anteil ihres Baubestands für seriell und modular errichtete Gebäude ausweisen, beispielsweise mit 30 Prozent in neuen Quartieren. Dies setzt Anreize für Investitionen und stimuliert den Markt.  

Es bedarf aber einer koordinierten Anstrengung von Politik, Behörden und der Bau- und Immobilienwirtschaft. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können die Hindernisse überwunden und die Vorteile des seriellen Bauens vollständig genutzt werden – zum Wohle von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.