Franke und Bornberg

Keine Bestnote: Viele Sterbegeldtarife enttäuschen im Rating

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat erstmals Sterbegeldversicherungen untersucht. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Kein Tarif erreicht die Bestnote. Woran das liegt, erfahren Sie hier.

Sarg in einer Kirche

Eine Bestattung kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. | Quelle: Thomas Hansen

Sterbegeldversicherungen sollen Angehörige im Todesfall finanziell entlasten. Doch ein neues Rating von Franke und Bornberg zeigt, das viele Tarife im Ernstfall nicht das halten, was sie versprechen. Zwischen den Angeboten gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, besonders bei den Assistance-Leistungen.

Insgesamt hat das Analysehaus aus Hannover 59 Sterbegeldtarife von 30 Versicherern auf den Prüfstand gestellt. Die Bestnote „hervorragend“ (FFF+) erreichte dabei kein einziger Tarif. 23 Versicherungen fielen sogar komplett durch, erhielten ein „Mangelhaft“ oder sogar ein „Ungenügend“.

Schwächen bei Assistance-Leistungen

Lange wurde bei Sterbegeldversicherungen vor allem auf Beitrag und Versicherungssumme geschaut. Franke und Bornberg legt den Fokus nun stärker auf die tatsächliche Tarifqualität. Bewertet wurden nicht nur klassische Merkmale wie Wartezeiten oder Leistungsausschlüsse, sondern auch wichtige Assistance-Leistungen – wie etwa Unterstützung bei der Bestattungsorganisation, Auslandsrückholung, Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit oder Hilfe beim digitalen Nachlass.  Und genau hier weisen viele Tarife erhebliche Schwächen auf.

„Assistance-Leistungen sind heute das wichtigste Differenzierungsmerkmal in diesem Segment – und gleichzeitig die größte Schwachstelle vieler Tarife“, sagt Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg.

Laufende Beiträge und Einmalbeiträge getrennt bewertet

Wichtig zu wissen: Das Rating unterscheidet zwischen Tarifen mit laufender Beitragszahlung und Angeboten gegen Einmalbeitrag. Sie richten sich an unterschiedliche Bedarfssituationen. Wer die Ergebnisse vergleicht, sollte diese methodische Trennung berücksichtigen: Einmalbeitragstarife werden an anderen Maßstäben gemessen, weil Kriterien rund um laufende Beitragszahlungen dort keine Rolle spielen.

Bestattungskosten erhöhen Vorsorgebedarf

Der Bedarf an privater Vorsorge wächst. Das staatliche Sterbegeld wurde bereits 2004 abgeschafft. Gleichzeitig steigen die Kosten deutlich. Eine durchschnittliche Bestattung kostet heute rund 6.000 Euro, mit Trauerfeier, Grabstein und Grabpflege können schnell 10.000 Euro oder mehr zusammenkommen.

Hinzu kommt der demografische Wandel. Die Zahl älterer Menschen steigt, und schon heute sterben in Deutschland jährlich mehr als eine Million Menschen. Können Erben die Kosten nicht tragen, haften sie unter Umständen mit ihrem Privatvermögen.

„Die Sterbegeldversicherung ist deshalb ein Produkt, das gesellschaftlich gebraucht wird“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Umso wichtiger ist es, dass Verbraucher und Vermittler wissen, was die Tarife wirklich leisten – und was nicht.“

>> Die Rating-Ergebnisse im Detail können Sie hier einsehen.

Long Story short

  • Franke und Bornberg hat erstmals 59 Sterbegeldtarife von 30 Versicherern untersucht.

  • Kein einziger Tarif erreichte die Höchstnote FFF+ „hervorragend“.

  • Besonders große Schwächen zeigen viele Tarife bei Assistance-Leistungen wie Bestattungsorganisation, Auslandsrückholung oder digitalem Nachlass.