Rechtsschutz: Diese Versicherer kommen nicht aus der Verlustzone

Florian Burghardt Versicherungen Top News Meistgeklickt

Zehn der 25 größten Rechtsschutzversicherer auf dem deutschen Markt machen seit sechs Jahren Verlust. Die Coronakrise könnte die Situation noch verschärfen. Beim „Spitzenreiter“ überstiegen die Ausgaben die Einnahmen jährlich sogar um 25 Prozent.

10 der 25 größten deutschen Rechtsschutzversicherer machten im 6-Jahres-Durchschnitt mit jedem eingenommenen Beitragseuro mindestens 1,01 Euro Verlust. Der „Spitzenreiter“ verlor pro Jahr sogar 25 Prozent. Bild: Pixabay/wir_sind_klein

10 der 25 größten deutschen Rechtsschutzversicherer machten im 6-Jahres-Durchschnitt mit jedem eingenommenen Beitragseuro mindestens 1,01 Euro Verlust. Der „Spitzenreiter“ verlor pro Jahr sogar 25 Prozent. Bild: Pixabay/wir_sind_klein

Die Rechtsschutzversicherung steht nicht nur wegen ihrer Kernaufgabe für Konflikt. Die Sparte ist zudem beinahe schon traditionell die mit den meisten Kundenbeschwerden. Dabei geht es quasi immer um das Eine: Der Rechtsschutzversicherer will nicht oder nicht im gewünschten Umfang für die juristischen Auseinandersetzungen der Kunden bezahlen.

Verallgemeinernd betrachtet tut das die Branche aber schon. Denn von den vereinnahmten Beiträgen blieben bei den 25 größten Rechtsschutzversicherern auf dem deutschen Markt (Marktabdeckung nach Prämien: 95 Prozent) seit dem Jahr 2014 jährlich nur etwa ein Prozent als Gewinn hängen. Das haben die V.E.R.S. Leipzig GmbH und das Marktforschungsunternehmen Sirius Campus in ihrer aktuellen Studie „Branchenmonitor Rechtsschutzversicherung“ auf Basis der Unternehmensgeschäftsberichte ermittelt.

Ziehen nach Corona die Beiträge an?

Die relativ hohe Combined Ratio hängt auch mit den rasant steigenden Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen zusammen. Deshalb erhöhen einige Versicherer aktuell auch ihre Beiträge. Ein Zug, auf den zeitnah noch weitere Anbieter aufspringen könnten. Denn die Corona-Krise bringt einen Anstieg gekündigter Arbeitsverhältnisse und geplatzter Verträge mit sich, die wiederum in ein erhöhtes Interesse der Menschen für Rechtsschutzversicherungen münden. Doch wenn nun viele Menschen mit erhöhtem Schadenpotenzial eine Police abschließen, dürfte es für viele Versicherer in Zukunft noch schwieriger werden, aus der Verlustzone zu kommen.

Denn aus dem Branchenmonitor ist abzulesen, dass zehn der 25 größten Rechtsschutzversicherer im zusammengefassten Durchschnitt der Geschäftsjahre 2014 bis einschließlich 2019 Verlust gemacht haben. Jeder verdiente Beitragseuro bedeutete für sie Kosten von mindestens 1,01 Euro. Der „Spitzenreiter“ hat im 6-Jahres-Schnitt sogar 25 Prozent jährlichen Verlust gemacht.

Die 10 unprofitabelsten Rechtsschutzversicherer

Platz 10: Auxilia (100,52 Prozent)
Die Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG kam im Durchschnitt der Geschäftsjahre 2014 bis einschließlich 2019 auf eine jährliche Combined Ratio von 100,52 Prozent. Kaufmännisch gerundet standen also jedem verdienten Beitragseuro 1,01 Euro an Kosten (Schadenaufwand, Verwaltung, Vertrieb) gegenüber. Im Jahr 2019 war die Auxilia mit Beitragseinnahmen in Höhe von 104 Millionen Euro der 15.-größte Rechtsschutzversicherer auf dem deutschen Markt. Bild: GDV