Diese Kfz-Versicherer machten 2019 Verlust

Florian Burghardt Versicherungen Top News

Auf dem Kfz-Markt tobt seit Jahren ein harter Preiskampf. Für 21 der 50 größten Autoversicherer brachte dieser im Geschäftsjahr 2019 ein Minus in die Kasse. Ein Anbieter zahlte sogar 10 Cent pro verdientem Beitragseuro drauf.

Der anhaltende Preiskampf in der Kfz-Versicherung sorgt dafür, dass zahlreiche Autoversicherer seit Jahren nicht mehr aus der Verlustzone kommen. Bild: Adobe Stock/Andrey Popov

Der anhaltende Preiskampf in der Kfz-Versicherung sorgt dafür, dass zahlreiche Autoversicherer seit Jahren nicht mehr aus der Verlustzone kommen. Bild: Adobe Stock/Andrey Popov

Grundsätzlich ist es lobenswert, wenn Versicherer nur einen kleinen Gewinn im operativen Versicherungsgeschäft erzielen. Denn das zeugt von einer kompetenten Einschätzung des Risikos sowie von Kostenkontrolle in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung. Oder salopp formuliert: Die Kunden müssen nicht mehr bezahlen als ihre Versicherung wert ist.

Somit liest sich die Schadenkostenquote (Combined Ratio) der 50 größten deutschen Kfz-Versicherer (88 Prozent Marktabdeckung nach Prämieneinnahmen) im Geschäftsjahr 2019 mit 99,24 Prozent sehr verbraucherfreundlich. Sie ist aber auch das Fazit aus einem beinharten Preiskampf, der beinahe jeglicher unternehmerischer Logik entbehrt. Denn dieser Durchschnittswert beinhaltet auch, dass 21 der 50 größten Anbieter in 2019 mit ihrer Kfz-Sparte Verlust gemacht haben. Diese Erkenntnisse stammen aus dem „Branchenmonitor Kraftfahrversicherung“, den die V.E.R.S. Leipzig GmbH zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Sirius Campus erstellt hat. Aus diesem geht auch hervor, welche Kfz-Versicherer in 2019 die meisten Kunden verloren haben.

Vier von zehn Kfz-Versicherern machten Verlust

Die Branchenmonitor-Studien haben bereits in den Vorjahren ermittelt, welche Autoversicherer schon seit mehreren Jahren in der Verlustzone stecken. Speziell im Geschäftsjahr 2019 eine Combined Ratio von über 100 Prozent ausweisen mussten:

  • Condor Allgemeine (100,52 Prozent)
  • Dialog (100,88 Prozent)
  • R+V Allgemeine (101,01 Prozent)
  • VRK Sachversicherung (101,61 Prozent)
  • WGV (101,80 Prozent)
  • DEVK VVaG (101,83 Prozent)
  • Barmenia Allgemeine (102,66 Prozent)
  • Itzehoer Brandgilde (102,71 Prozent)
  • Öffentl. Sachvers. Braunschweig (103,55 Prozent)
  • DA Direkt (Zurich-Tochter, 103,76 Prozent)
  • DEVK Allgemeine (103,84 Prozent)
  • Mannheimer (103,90 Prozent)
  • Helvetia Deutschland (103,97 Prozent)

Neben diesen 13 Unternehmen gibt es noch 8 weitere, die sogar auf eine Combined Ratio von über 105 Prozent kommen. Das bedeutet, dass auf jeden eingenommenen Beitragseuro wiederum mindestens 1,05 Euro Kosten kamen. Beim „Spitzenreiter“ waren es sogar über 10 Cent Verlust pro Beitragseuro (siehe untenstehende Bilderstrecke).

Die 8 unprofitabelsten Kfz-Versicherer

Platz 8: Bayerischer Versicherungsverband (105,43 Prozent)
Die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG (VKB) kam im Geschäftsjahr 2019 auf eine Combined Ratio von 105,43 Prozent. Im Durchschnitt der letzten 6 Geschäftsjahre kommt sie auf 101,08 Prozent. Mit Bruttobeitragseinnahmen in Höhe von 467 Millionen Euro im Jahr 2019 ist das Unternehmen der 15.-größte Kfz-Versicherer auf dem deutschen Markt. Bild: GDV