Hausrat-Schadenbeispiele: Versichert oder nicht?

Florian Burghardt Berater Recht & Haftung Top News Meistgeklickt

Trotz bestehender Hausrat-Police wird nicht jeder Schaden ersetzt. Immer wieder entscheiden komplexe Details über den Versicherungsschutz. Das verdeutlichen auch diese 5 Beispiel-Schadenfälle.

Die Schadensangelegenheiten, in denen der Ombudsmann entscheiden muss, sind meistens keine Musterfälle. Dennoch stellt sich stets die Frage: Versichert oder nicht?

Die Schadensangelegenheiten, in denen der Ombudsmann entscheiden muss, sind meistens keine Musterfälle. Dennoch stellt sich stets die Frage: Versichert oder nicht? Bild: Pixabay

Die Sparte Hausratversicherung wirft für die Anbieter seit Jahren deutliche Gewinne ab. Dennoch haben einige Unternehmen mit schmelzenden Vertragsbeständen zu kämpfen. Das kann viele Gründe haben.

Bei der Entscheidung für einen Anbieterwechsel spielt bei manchen Kunden auch die Regulierungsbereitschaft des Versicherers eine Rolle. Immer wieder tun sich auch Fälle auf, in denen der Versicherer zunächst die Leistung ablehnt, nach einigem Intervenieren dann aber doch bezahlt. Mit solchen Fällen kennt sich der Versicherungsombudsmann bestens aus. Bis zu einem Betrag von 10.000 Euro darf er das Versicherungsunternehmen zur Leistung verpflichten, sofern er davon ausgeht, dass ein Rechtsstreit ebenfalls zur Deckungszusage geführt hätte. Darüber hinaus kann er bis zu einem Wert von 100.000 Euro eine Empfehlung zur Regulierung aussprechen.

Wie der Ombudsmann in komplexen Schadenkonstellationen entschieden hat, haben wir bereits für die folgenden Versicherungssparten beispielhaft zusammengestellt:

Wie die Schlichtungsstelle der Branche in Fragen der Hausratversicherung entschieden hat, zeigen die 5 Beispiele in der untenstehenden Bilderstrecke.

Hausrat-Schadenbeispiele: Hätten Sie genauso entschieden?

Rückstau auf Umwegen?
Ein Regenfall war so heftig, dass die Dachrinne eines Mannes die Wassermassen nicht mehr schnell genug befördern konnte. Wasser floss über, sammelte sich unten am Haus vor einem Lichtschacht und gelangte in den Keller des Gebäudes, wo es verschiedene versicherte Hausratgegenstände beschädigte. Der Mann konnte seinem Hausratversicherer keine Überschwemmung nachweisen, nach seinem Dafürhalten aber einen Rückstauschaden. Laut den Bedingungen sei dies der Fall, wenn Wasser durch Witterungsniederschläge bestimmungswidrig aus dem Rohrsystem des Gebäudes austritt. Dazu würde auch die Dachrinne zählen, so die Annahme. Denn das überfließende Wasser sei über Umwege in den Versicherungsort gelangt, was einem Rückstau gleichkäme. Es gebe auch bereits gleichlautende Urteile. Da es aber auch abweichende Gerichtsentscheidungen gebe, einigten sich Versicherer und Kunde auf Anraten des Ombudsmanns auf eine Leistung in Höhe von 60 Prozent des Schadens. Bild: Pixabay