Hausrat-Schadenbeispiele: Versichert oder nicht?

Florian Burghardt Berater Recht & Haftung Top News Meistgeklickt

Trotz bestehender Hausrat-Police wird nicht jeder Schaden ersetzt. Immer wieder entscheiden komplexe Details über den Versicherungsschutz. Das verdeutlichen auch diese 5 Beispiel-Schadenfälle.

Die Schadensangelegenheiten, in denen der Ombudsmann entscheiden muss, sind meistens keine Musterfälle. Dennoch stellt sich stets die Frage: Versichert oder nicht?

Die Schadensangelegenheiten, in denen der Ombudsmann entscheiden muss, sind meistens keine Musterfälle. Dennoch stellt sich stets die Frage: Versichert oder nicht? Bild: Pixabay

Die Sparte Hausratversicherung wirft für die Anbieter seit Jahren deutliche Gewinne ab. Dennoch haben einige Unternehmen mit schmelzenden Vertragsbeständen zu kämpfen. Das kann viele Gründe haben.

Bei der Entscheidung für einen Anbieterwechsel spielt bei manchen Kunden auch die Regulierungsbereitschaft des Versicherers eine Rolle. Immer wieder tun sich auch Fälle auf, in denen der Versicherer zunächst die Leistung ablehnt, nach einigem Intervenieren dann aber doch bezahlt. Mit solchen Fällen kennt sich der Versicherungsombudsmann bestens aus. Bis zu einem Betrag von 10.000 Euro darf er das Versicherungsunternehmen zur Leistung verpflichten, sofern er davon ausgeht, dass ein Rechtsstreit ebenfalls zur Deckungszusage geführt hätte. Darüber hinaus kann er bis zu einem Wert von 100.000 Euro eine Empfehlung zur Regulierung aussprechen.

Wie der Ombudsmann in komplexen Schadenkonstellationen entschieden hat, haben wir bereits für die folgenden Versicherungssparten beispielhaft zusammengestellt:

Wie die Schlichtungsstelle der Branche in Fragen der Hausratversicherung entschieden hat, zeigen die 5 Beispiele in der untenstehenden Bilderstrecke.

Hausrat-Schadenbeispiele: Hätten Sie genauso entschieden?

Schaden vor oder nach Vertragsende?
Ein Mann wollte am 28. Februar 2018 mit seiner Familie nach Portugal umziehen. Am Morgen dieses Tages, um 9 Uhr, sollte die Übergabe des alten Hauses in Deutschland erfolgen. Der Käufer hatte außerdem einen Teil der Einrichtung erstanden, der sich noch im Haus befand. Den Rest hatte der Auswanderer bereits verladen lassen. Allerdings brach noch vor dem Zeitpunkt der Übergabe nach einem Kurzschluss im Haus ein Feuer aus. Die zum Verkauf stehenden Möbel erlitten einen Schaden in Höhe von 27.000 Euro. Diesen wollte der Hausratversicherer des Auswanderers nicht bezahlen, weil nach seiner Auffassung der Versicherungsschutz mit Ende des 27. Februars geendet hatte. Die Gegenstände wären zudem allenfalls zum Zeitwert versichert gewesen, da sie für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr hätten verwendet werde sollen. Nach der vorläufigen Rechtsauffassung des Ombudsmanns wurde das Haus jedoch immer noch genutzt und der Umzug war noch nicht abgeschlossen. Da die Sachen zum Verkauf bereitgestellt waren, war davon auszugehen, dass sie immer noch „für ihren Zweck zu verwenden“ waren, wie es die Bedingungen des Hausratversicherers vorschreiben. Der Ombudsmann empfahl deshalb einen Vergleich. Am Ende einigten sich beide Seiten auf eine Zahlung von 16.000 Euro. Bild: Pixabay
 
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