Hausrat: Diese Versicherer melken die Cashcow

Top News Versicherungen von Florian Burghardt

Auf 6-Jahres-Sicht hat keiner der 50 größten Hausratversicherer Verlust gemacht. Doch während bei manchen gerade so die Kosten gedeckt sind, verdienen andere über 30 Cent pro Beitragseuro. Ein Anbieter kommt sogar auf über 50 Cent.

Mit der „Cashcow“ Hausratversicherung haben in den letzten 6 Jahren alle großen Anbieter Gewinn gemacht. Manche allerdings deutlich mehr als andere.

Mit der „Cashcow“ Hausratversicherung haben in den letzten 6 Jahren alle großen Anbieter Gewinn gemacht. Manche allerdings deutlich mehr als andere. Bild: iStock/kravcs

Im Privatkundengeschäft wird sie häufig noch vor Themen wie Arbeitskraftabsicherung oder privater Altersvorsorge angesprochen. Die Rede ist von der Hausratversicherung. Immerhin ersetzt sie das Hab und Gut der Kunden im Falle einer Vernichtung, beispielsweise nach einem Wohnungsbrand. Doch die Versicherer freuen sich auch aus einem anderen Grund über jede abgeschlossene Police. Denn sie machen damit – zumindest prozentual zum Beitrag betrachtet – ordentlich Profit.

So lag die durchschnittliche Combined Ratio (Schadenkostenquote) der 50 größten Hausratversicherer auf dem deutschen Markt (Marktabdeckung: 91 Prozent) im Geschäftsjahr 2018 bei 73,78 Prozent. Tatsächlich musste keiner der Anbieter eine Quote von über 100 Prozent und somit einen Verlust vorweisen. Doch nicht nur die Zahlen aus 2018 sind bemerkenswert. Die Hausratversicherung muss sich den Stempel als Cashcow aufdrücken lassen. Denn auch im zusammengefassten Durchschnitt der Geschäftsjahre 2013 bis einschließlich 2018 konnten alle 50 Hausratversicherer einen Gewinn erwirtschaften. Die durchschnittliche Combined Ratio lag über diesen Zeitraum bei 79,94 Prozent, was einen Gewinn von rund 20 Cent pro eingenommenem Beitragseuro bedeutet.

Zahlen aus 6 Geschäftsjahren analysiert

Diese Zahlen gehen aus der aktuellen Branchenmonitor-Studie (hier bestellen) hervor, welche die V.E.R.S. Leipzig GmbH in Zusammenarbeit mit dem Forschungs- und Beratungsunternehmen Sirius Campus erstellt hat. Dafür wurden unter anderem die Geschäfteberichte der 50 größten Hausratversicherer miteinander verglichen.

Die Studie hat außerdem noch andere Sparten behandelt. Neben der Hausratversicherung wirft auch die Haftpflichtversicherung gute Gewinne ab. In der Rechtsschutzversicherung gleichen sich Beiträge und Kosten ziemlich genau aus. Die Wohngebäudeversicherung und die Kfz-Versicherung hingegen bedeuteten für die Anbieter in den letzten Jahren eher ein Verlustgeschäft.

Natürlich ist die Hausrat-Sparte nicht für alle Versicherer eine Cashcow. Die folgenden Anbieter liegen durch ihre Combined Ratio auf 6-Jahres-Sicht bei einem Gewinn von unter 5 Prozent:

  • HDI (96,70 Prozent)
  • Rhion (97,09 Prozent)
  • Janitos (99,54 Prozent)

Ganz anders die Unternehmen in der untenstehenden Bilderstrecke. Sie haben auf 6-Jahres-Sicht sogar einen jährlichen Gewinn von über 30 Prozent erzielt. Ein Hausratversicherer erreichte sogar eine Combined Ratio von unter 50 Prozent.

Die profitabelsten Hausratversicherer

Huk24 (65,40 Prozent)
Die Huk24 AG kommt im zusammengefassten Durchschnitt der Geschäftsjahre 2013 bis einschließlich 2018 in der Hausratversicherung auf eine Combined Ratio von 65,40 Prozent. Mit 26 Millionen Euro Bruttobeitragseinnahmen in dieser Sparte im Jahr 2018 verfügte der Direktversicherer der Huk-Coburg-Gruppe über einen Marktanteil von 0,83 Prozent. Bild: Huk-Coburg
 
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