Plötzlich und heftig: Hagelschauer gehören zu den Wetterereignissen, die Autofahrer hart treffen können. Sie kommen oft unerwartet und können große Schäden am Fahrzeug verursachen. Der aktuelle Hagel-Atlas 2026 der Verti Versicherung zeigt, wo in Deutschland das Risiko für Hagelschäden besonders hoch ist.
Warum Süddeutschland besonders gefährdet ist
Wie bereits in den Vorjahren, traten 2025 vermehrt in den südlichen und mittleren Landesteilen Deutschlands Hagelschauer auf. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern traf es am härtesten. Aber auch Niedersachsen, Sachsen und Thüringen verzeichneten eine erhöhte Hagelhäufigkeit.
Dass häufig der Süden Deutschlands von Hagelschäden betroffen ist, liegt an der Nähe zu den Alpen. Diese zwingen feuchte Luft zum schnellen Aufsteigen in kalte Luftschichten, was im Sommer fast zwangsläufig zu heftigen Gewittern führt.
Auch die deutschen Mittelgebirge gehören zu den Regionen mit erhöhter Hagelgefahr. Dazu zählen zum Beispiel der Schwarzwald, der Harz, der Thüringer Wald und der Taunus. Am häufigsten tritt Hagel laut Statistik von Mai bis August auf.
Leipzig führt Städte-Ranking an
Beim Hagel-Ranking der Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern belegt Leipzig den Spitzenplatz, gefolgt von Dortmund und München. Beide Metropolen waren im Vorjahr noch nicht einmal unter den Top 5 zu finden.
„Das verdeutlicht, dass die tatsächliche Hagel-Gefährdung sehr stark von lokalen Wetterbedingungen und individuellen Wetterereignissen abhängig ist", betont Alexander Held, Kfz- und Versicherungsexperte bei der Verti Versicherung. Zwar gebe es generell besonders gefährdete Regionen in Deutschland, vor allem in Alpennähe und im Mittelgebirgsraum. Sicher vor Hagel könne aber niemand sein. Darauf sollte sich jeder Autofahrer einstellen.
„In der Regel ist bei einer Reparatur von Hagelschäden mit einer vierstelligen Summe zu rechnen“, betont Held. Das zeige die Wichtigkeit einer Kaskoabsicherung. „Autofahrer, die ausschließlich eine Kfz-Haftpflicht haben, müssen Hagelschäden aus eigener Tasche zahlen.“
Rückgang bei Schäden ist keine Entwarnung
Versicherungstechnisch war 2025 ein „gutes Unwetterjahr“ mit einem niedrigeren Schadenvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro bei den Naturgefahren insgesamt und von 0,7 Milliarden Euro im Kfz-Bereich. Ganz anders 2023: In diesem Jahr führten Unwetter dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) zufolge allein im Kfz-Bereich zu Schäden von rund 2,1 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten lagen bei rund 6,2 Milliarden. Ein Trend lasse sich daraus jedoch nicht ableiten, so die Verti-Experten. Im Gegenteil: Strukturell stiegen Frequenz und Intensität von Extremwetter-Ereignissen eher weiter an.
Long Story short
Leipzig war 2025 die am stärksten von Hagelschäden betroffene Großstadt vor Dortmund und München.
Besonders gefährdet bleiben Regionen in Alpennähe und Mittelgebirgsräume mit häufigen Sommergewittern.
Hagelschäden verursachen oft vierstellige Reparaturkosten und sind nur mit Kaskoversicherung abgesichert.

