Assekurata-Analyse

Neue Studie zeigt: Private Pflege-Vorsorge ist günstiger als gedacht

Eine aktuelle Preis-Leistungs-Analyse der Rating-Agentur Assekurata zeigt: Private Pflegezusatzversicherungen können vor hohen Eigenanteilen an den Pflegekosten schützen und sind oft günstiger als gedacht.

Alte Dame im Pflegeheim mit ihrer Betreuerin

Eine alte Dame im Pflegeheim mit ihrer Betreuerin. | Quelle: SilviaJansen

Was viele Menschen immer noch nicht wissen: Im Fall einer Pflegebedürftigkeit trägt die gesetzliche Pflegeversicherung immer nur einen Teil der Kosten. Den Rest müssen die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen selbst aufbringen – etwa mit ihrer Rente oder ihrem Ersparten.

Diese sogenannte Pflegelücke ist bei stationärer Pflege besonders groß: Hier beläuft sich der Eigenanteil laut PKV-Verband mittlerweile auf 3.500 Euro im Bundesdurchschnitt. Die reinen Pflegeaufwendungen betragen etwa 2.000 Euro.

Private Vorsorge schon ab 38 Euro im Monat

Geschlossen werden könnte diese Lücke relativ gut mit privaten Pflegezusatzversicherungen, zeigt nun eine aktuelle Analyse der Rating-Agentur Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands. Danach nämlich lässt sich der Eigenanteil an den Pflegekosten – also mindestens die pflegebedingten Kosten – zu niedrigeren Prämien absichern als gemeinhin angenommen wird.

Eine volle Absicherung der reinen Pflegekosten durch ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 2.000 Euro ist zum Beispiel im Alter von 25 Jahren bereits ab 38 Euro monatlich möglich, für 35‑Jährige ab 56 Euro und für 45‑Jährige ab 85 Euro. Selbst im Alter von 55 Jahren sei dieses Absicherungsniveau noch für 134 Euro pro Monat zu haben.

Früher Einstieg zahlt sich aus

Dabei gilt laut Studie: Je früher eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen wird, desto besser. Zum einen sinkt damit das Risiko von Vorerkrankungen, die einen Vertragsabschluss erschweren (Risikozuschlag) oder gar verhindern können. Zum anderen sind die Ausgaben – sowohl in Bezug auf den Monatsbeitrag als auch über die gesamte Vertragslaufzeit hinweggesehen – geringer.

Wichtig für die Bedarfsermittlung: Die Höhe der persönlichen Pflegelücke – und damit der Versicherungsbedarf – hängt von verschiedenen Faktoren wie Wohnort, Alterseinkünften und Vermögen ab. Entscheidend ist insbesondere, auf welche Einkünfte aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge sowie auf welches Vermögen im Pflegefall zurückgegriffen werden kann. Oft reicht es laut PKV-Verband deshalb schon aus, mit einer Pflegezusatzversicherung nur die pflegebedingten Kosten abzusichern.

Am vorteilhaftesten, weil am flexibelsten, erscheint den Assekurata-Analysten dabei eine Pflegetagegeldversicherung, die im Pflegefall ein vereinbartes, nicht zweckgebundenes Tagegeld zahlt. Dieses Produkt biete außerdem die Möglichkeit der Dynamisierung, so dass auch Jahrzehnte später eine annähernde Bedarfsdeckung gewährleistet sei. Weniger verbreitet ist dagegen die Pflegekostenversicherung, die im Pflegefall nachgewiesene Pflegekosten übernimmt.

PKV-Verband sieht Staat in der Plficht

Für Florian Reuther, den Direktor des PKV-Verbands, steckt in der Assekurata-Analyse auch ein Appell an die Politik: Sie sollte private Pflegezusatzversicherungen stärker fördern und damit Eigenverantwortung honorieren, meint er. Dafür sprächen sich laut Umfragen auch mehr als drei Viertel der Deutschen aus.

„Für eine dauerhaft tragfähige Pflegefinanzierung muss die Bundesregierung eine Reform auf den Weg bringen, die auf Eigenverantwortung, mehr Kapitaldeckung und Generationengerechtigkeit setzt. Die private Pflegezusatzversicherung erfüllt dafür alle notwendigen Voraussetzungen: Sie schützt Betroffene vor finanzieller Überforderung im Pflegefall und entlastet die jüngeren Generationen im demografischen Wandel“, so Reuther.

Tatsächlich stagnieren die Bestandszuwächse in der Pflegezusatzversicherung seit Jahren. Im Ergebnis hatten Ende 2024 erst ca. 5,4 Prozent bzw. 4,5 Millionen Personen eine zusätzliche Absicherung für den Pflegefall abgeschlossen. Hier ist also noch viel Luft nach oben.

Long Story short

  • Hohe Eigenanteile: Pflegebedürftige zahlen in der Spitze bis zu 3.500 Euro monatlich selbst – davon etwa 2.000 Euro reine Pflegekosten.

  • Absicherung günstiger als gedacht: Eine Pflegezusatzversicherung gibt es je nach Alter bereits ab 38 Euro monatlich.

  • Große Versorgungslücke: Nur etwa 5,4 % der Bevölkerung haben eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen.