Mit 24,1 Milliarden Euro konnte der März einen annähernd normalen Wert in der Niedrigzinsära erreichen und hat somit für ein überraschend gutes erstes Quartal gesorgt. Das Volumen der neu vergebenen Wohnungsbaukredite belief sich im ersten Quartal 2026 auf 61,2 Milliarden Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit der Zinswende Mitte 2022, wie eine Studie von Barkow Consulting zeigt.
Nachhaltig sei das aber nicht. Denn erfahrungsgemäß ist der März neben dem Juli der saisonal stärkste Monat. Belastende Faktoren, wie die Kombination von stabilen bis steigenden Immobilienpreisen, höheren Zinsen sowie einer allgemeinen volkswirtschaftlichen Verunsicherung bleiben also bestehen.
Erste Zinserhöhung der EZB im Juni
Beim Bankenpanel von Interhyp waren ebenfalls die Bauzinsen ein großes Thema - dort sehen die Experten derzeit kaum Spielraum: "Die Kapitalmarktzinsen werden weiterhin stark von den Ereignissen im Nahen Osten geprägt sein. Allerdings wird selbst bei einem schnellen Ende des Konflikts die erste Inflationswelle nicht mehr zu vermeiden sein und die EZB im Juni mit einer ersten Zinserhöhung antworten", so die Einschätzung der Branchenprofis.
Die einhellige Meinung: Wer auf eine schnelle Rückkehr zu niedrigen Zinsen spekuliert, ignoriere die Marktrealität. Die Prognose: "Sollte der Inflationsdruck nicht nachlassen und die EZB nachlegen müssen, könnten die Kapitalmarktzinsen weiter steigen."
Aktuell gehen 80 Prozent der Experten von einem gleichbleibenden Zinsniveau in den kommenden vier Wochen aus, nur 20 Prozent prognostizieren sinkende Zinsen für diesen Zeitraum. Langfristig rechnen 60 Prozent der Experten mit weiter steigenden Bauzinsen: „Längerfristig drohen höhere Bund-Renditen und damit steigende Bauzinsen wegen der Schuldenpolitik der Staaten.“ Für die kommenden vier Wochen geht ein Großteil der Experten von einem gleichbleibenden Zinsniveau aus.
Politik muss für bessere Rahmenbedingungen sorgen
Keine Senkung der Bauzinsen in Sicht - deshalb rät Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe, Kaufinteressierten dazu, so viel Eigenkapital wie möglich in die Finanzierung einzubringen. Es verbessere die Konditionen und senke dauerhaft die monatliche Belastung.
Ein Appell geht dabei auch an die Politik, denn nach Ansicht Utechts gehe ein "deutlich zu hoher" Anteil des Eigenkapitals für Kaufnebenkosten drauf. Nur wenn der Staat die Nebenkosten-Hürde senken würde, könne das eingebrachte Eigenkapital auch zielgerichtet in die Optimierung der Konditionen und in die Tilgung fließen. Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer etwa wären ein solcher Hebel und könnten mehr Menschen den Zugang zu Wohneigentum erleichtern.
long story short
Das Volumen neu vergebener Wohnungsbaukredite stieg im ersten Quartal 2026 laut Barkow Consulting auf 61,2 Milliarden Euro – der höchste Wert seit der Zinswende Mitte 2022. Allein im März wurden 24,1 Milliarden Euro erreicht, was für ein überraschend starkes Quartal sorgte.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Lage angespannt: Experten erwarten wegen Inflation, geopolitischer Unsicherheiten und möglicher Zinserhöhungen der EZB im Juni keine schnelle Entspannung bei den Bauzinsen. Langfristig rechnen 60 Prozent der Interhyp-Experten sogar mit weiter steigenden Zinsen.
Interhyp-CEO Jörg Utecht rät Kaufinteressierten, möglichst viel Eigenkapital einzubringen, um bessere Finanzierungskonditionen zu erhalten. Gleichzeitig fordert er politische Entlastungen bei Kaufnebenkosten, etwa Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer.

