Datenanalyse

Schadenkostenquote der KfZ-Versicherung erholt sich 2026 weiter deutlich

Die KfZ-Branche ist laut einer Prognose auf einem guten Weg: Für 2026 erwartet das Beratungsunternehmen Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) eine Schadenkostenquote von 96,3 Prozent. Der Markt steht aber weiterhin vor Herausforderungen.

Unfall mit zwei Autos

Sorgen bereitete die Schadenteuerung | Quelle: monkeybusinessimages

Gute Nachrichten für die KfZ-Versicherung: Schon 2025 habe sich der Gesamtmarkt erholt, unter anderem durch „deutliche Beitragsanpassung“ und weniger Elementarschäden. Das geht aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) hervor. MSK schätzt die endabgewickelte Schadenkostenquote auf 95,2 Prozent. Der Ausblick für den Gesamtmarkt für 2026 fällt noch positiver aus: Hier erwartet das Unternehmen eine Schadenkostenquote von 96,3 Prozent. Sowohl Kraftfahrt-Haftpflicht (95,2 Prozent) als auch Kasko (97,6 Prozent) blieben also voraussichtlich profitabel, heißt es in einer Mitteilung. Grundlage der Prognose sind eine sich normalisierende Elementarschadenbelastung, eine „weiterhin hohe, zum Vorjahr vergleichbare“ Schadenteuerung sowie ein erwarteter Anstieg der mittleren Beiträge von 5,2 Prozent in Kraftfahrt-Haftpflicht und 7 Prozent in Kasko.

Schadenkosten bleiben eine Herausforderung

Sorgen bereitete die Schadenteuerung. In Kraftfahrt-Haftpflicht lag die anhand der mittleren Schadenhöhen gemessene Teuerung in 2025 mit etwas über sieben Prozent deutlich höher als die allgemeine Inflation gemäß Verbraucherpreisindex. Auch die unterjährigen Zahlen für 2026 deuteten bislang nicht auf eine Entspannung hin. Der Ergebnispuffer werde 2026 kleiner.

Entscheidend werde deshalb sein, wie sich die Schadenkosten weiterentwickeln. Gerade bei Ersatzteil- und Reparaturkosten reiche der Blick auf die allgemeine Inflation nicht aus. Versicherer müssten die tatsächliche Entwicklung ihrer Schadenkosten eng beobachten und in Pricing und Reservierung berücksichtigen. „Die aktuellen Marktzahlen bieten daher nur bedingt Grund zur Entspannung. Gerade bei der Schadenteuerung ist es entscheidend, die eigene Schadenentwicklung im Verhältnis zum Markt im Blick zu haben“, sagt Carina Götzen, Geschäftsführerin von MSK. „Wer seine Schadenkosten, Schadenhäufigkeiten und Schadenhöhen kontinuierlich mit dem Markt vergleichen kann, schafft eine wichtige Grundlage für belastbares Pricing und eine angemessene Reservierung“, so Götzen.

MSK baut KfZ-Datenpool auf

MKS baut derzeit einen KfZ-Datenpool für den deutschen Markt auf, der die Schadenentwicklung der teilnehmenden Versicherer monatlich mit der Marktentwicklung vergleichen soll. Damit sollen Veränderungen bei Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und Schadenteuerung zeitnah sichtbar werden. „Mit der monatlichen Aktualisierung wollen wir Entwicklungen im eigenen Bestand und im Markt möglichst früh sichtbar und vergleichbar mache“, sagt Dennis Heinig, leitender Berater und Projektleiter der Kfz-Datenpools bei MSK.

  • Markterholung 2025/2026: Schadenkostenquote steigt auf 95,2 Prozent (2025) bzw. 96,3 Prozent (2026) – Kraftfahrt-Haftpflicht (95,2 Prozent) und Kasko (97,6 Prozent) bleiben profitabel dank Beitragsanpassungen (+5,2 Prozent bzw. +7 Prozent) und rückläufiger Elementarschäden.

  • Schadenteuerung als Risiko: Teuerungsrate in Haftpflicht (2025: >7 Prozent) übersteigt Inflation. Ersatzteil- und Reparaturkosten treiben Schadenhöhen; Ergebnispuffer 2026 schrumpft.

  • Datenpool für Transparenz: MSK baut KfZ-Datenpool mit monatlichem Schadenvergleich (Häufigkeit/Höhe/Teuerung), um Markt- und Bestandsentwicklungen frühzeitig für Pricing und Reservierung nutzbar zu machen.