Übernahme

Nach FWU-Pleite: Frühere Österreich-Tochter findet neuen Eigentümer

Nach der Insolvenz der deutschen FWU-Gruppe steht die frühere österreichische Tochter vor einem Eigentümerwechsel, der ihre Unabhängigkeit schützen soll. Allerdings muss die Aufsicht dem noch zustimmen.

Die Vorstandssprecherin der Austrion Life Gruppe, Claudia Rainbacher, und Vorstand Andreas Buxbaum

Claudia Rainbacher, CEO der Austrion Life Group, und Vorstandsmitglied Andreas Buxbaum wollen auch nach dem Eigentümerwechsel auf Kontinuität setzen. | Quelle: austrionlife/keinrath.com

Die frühere FWU Life Austria hat einen neuen Eigentümer gefunden. Die inzwischen unter Austrion Life Group firmierende österreichische Lebensversicherungsgruppe soll von der SKH Funding Limited übernommen werden. Das Unternehmen ist auf der Kanalinsel Guernsey registriert. Die Investorenbasis besteht aus Fonds und Anlagemandaten, die von Leadenhall Capital Partners verwaltet werden.

Leadenhall ist ein Vermögensverwalter mit Sitz in London, der sich auf Investitionen in Lebens-, Nichtlebens- und alternative Kreditversicherungsportfolios für institutionelle Anleger spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und verwaltete nach eigenen Angaben per Mai 2026 mehr als 6,4 Milliarden US-Dollar. Mehrheitlich gehört Leadenhall zum japanischen Versicherungskonzern Mitsui Sumitomo Insurance.

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, vollzogen ist die Transaktion aber noch nicht. Sie steht unter dem Vorbehalt der üblichen aufsichtsrechtlichen Prüfungen. Insbesondere die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA muss dem Eigentümerwechsel noch zustimmen.

Austrion will unabhängig bleiben

Austrion betont, dass die Gesellschaft auch nach dem Eigentümerwechsel als eigenständige Unternehmensgruppe am Markt positioniert bleiben soll. Für Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeitende sollen bestehende Strukturen und Ansprechpartner unverändert bleiben.

„Mit dem neuen Gesellschafter gewinnen wir starke, erfahrene Partner, die unsere strategische Ausrichtung – Stabilität, Transparenz und nachhaltiges Wachstum – voll und ganz unterstützen“, erklärt Claudia Rainbacher, CEO der Austrion Life Group. Damit könne der vor zwei Jahren begonnene Transformationsprozess als unabhängiger Anbieter im fondsgebundenen Lebensversicherungsgeschäft abgeschlossen werden.

Abgrenzung zur FWU-Insolvenz

Austrion war früher die österreichische Tochter der FWU AG aus Grünwald bei München. Die FWU AG hatte im Juli 2024 Insolvenz angemeldet. Kurz darauf folgte auch die Luxemburger Tochter FWU Life Insurance Lux. Diese wurde später aufgelöst, nachdem ein Sanierungsplan von der luxemburgischen Aufsicht abgelehnt worden war.

Die österreichische Gesellschaft stellte sich mit einer Solvenzquote von über 200 Prozent als deutlich stabiler dar. Sie firmierte im Sommer 2025 in Austrion Life Group um und betonte ihre Eigenständigkeit.

Austrion ist auf fondsgebundene Lebensversicherungen spezialisiert und in Österreich sowie Italien tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeitende und verwaltet etwa 800 Millionen Euro an Kundengeldern. Nach eigenen Angaben betreut die Gruppe mehr als 32.000 aktive Kundenverträge.

Signal der Stabilisierung

Für Vertriebspartner ist der Eigentümerwechsel vor allem ein Signal der Stabilisierung. Nach der FWU-Insolvenz hatte die frühere Österreich-Tochter, die 1994 unter dem Namen Skandia in den Markt eingetreten war, zeitweise kein Neugeschäft schreiben dürfen. Mit dem neuen Eigentümer soll nun die eigenständige Weiterentwicklung fortgesetzt werden.

Long Story short

  • Die frühere FWU Life Austria, heute Austrion Life Group, soll von der auf Guernsey registrierten SKH Funding Limited übernommen werden.

  • Hinter dem Käufer stehen von Leadenhall Capital Partners verwaltete Fonds und Mandate; Leadenhall gehört mehrheitlich zum japanischen Versicherungskonzern Mitsui Sumitomo Insurance.

  • Austrion betont seine Eigenständigkeit und Stabilität: Die Solvenzquote liegt bei über 200 Prozent, der Eigentümerwechsel muss aber noch von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA genehmigt werden.