Trotz Rückgang
Die Lebensversicherer mit den höchsten Bafin-Beschwerdequoten 2025

Im vergangenen Jahr hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) deutlich mehr Beschwerden von Kundinnen und Kunden über ihre Versicherungsunternehmen erhalten als im Vorjahr. Pauschal zusammengefasst liege das, laut der Behörde, vor allem an schlechter Erreichbarkeit und Unzufriedenheit mit dem Kundenservice. Ob beispielsweise auch die Künstliche Intelligenz Verbraucher mündiger für eine Bafin-Beschwerde macht, ist nicht bekannt. Jedoch hatte der Versicherungsombudsmann e.V. ebenfalls ein starkes Beschwerdeplus verbucht und dafür unter anderem eine stark gestiegene Anzahl KI-generierter Schreiben als Grund genannt.
Eine kleine Ausnahme bei dieser Entwicklung bildet ausgerechnet die Lebensversicherung – eine Sparte mit Jahr für Jahr relativ vielen Bafin-Beschwerden. Doch in 2025 hatte die Aufsicht mit 1.044 Fällen rund ein Zehntel weniger an Beschwerden zur abschließenden Bearbeitung auf dem Tisch als noch 2024 (1.163). Diese entfielen auf 65 Lebensversicherer mit einem Bestand von gemeinsam rund 75 Millionen Policen. Im Durchschnitt ergab das eine Beschwerdequote von 1,4 Fällen auf 100.000 Policen.
Die Branchengrößen schnitten fast alle gut bis durchschnittlich ab. Auf die Allianz beispielsweise entfielen zwar mit 118 Stück die meisten Beschwerden. Aufgrund ihrer Größe (rund 11,5 Millionen Verträge) relativierten sich diese aber auf eine eher niedrige Quote von 1,0.
Eine vergleichsweise hohe Beschwerdequote mussten nur wenige Anbieter verbuchen. Für unsere untenstehende Bildergalerie haben wir nur die Unternehmen herausgesucht, deren Quote mindestens zweieinhalb Mal so groß ist wie die Durchschnittquote, also 3,5 und höher. Zudem haben wir dabei nur Lebensversicherer berücksichtigt, die mindestens 10 Beschwerden erhalten haben, da bei kleinen Beständen bereits ein Fall über eine vergleichsweise gute oder schlechte Quote entscheiden kann. Erfüllt haben dies insgesamt 5 Lebensversicherer, zwei davon mit jeweils rund 2 Millionen Verträgen im Bestand.

