GGF: „bAV-Beratung ohne Steuerberater unmöglich“

bAV von Matthias Hundt

   

procontra: Welcher Durchführungsweg ist einem GGF zu empfehlen?  

Kesting: Zunächst einmal stehen ihm alle Durchführungswege offen. Aufgrund der Bilanzauswirkung war die Direktzusage jahrelang der Klassiker für den GGF. Also die Zusage einer bestimmten Rentenhöhe. Der Trend geht nun hin zur beitragsorientierten Zusage über eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Hier steht das Unternehmen nur für die Beitragsdauer ein, und entledigt sich des Langlebigkeitsrisikos.  

procontra: Was ist mit dem gängigsten Weg für Arbeitnehmer, der Direktversicherung? Ist sie auch für GGF empfehlenswert?  

Kesting: Das hängt von der Höhe der Versorgung ab. Durch die Einschränkung der steuerlichen Förderung im Rahmen der Direktversicherung entspricht sie nicht immer der Anforderung an eine Versorgung, die der Höhe nach auch einem GGF entspricht. Andersherum formuliert: das, was ein GGF steuerlich begünstig in eine Direktversicherung einzahlen kann, erzielt selten eine ausreichende Versorgung.  

procontra: Also fällt dieser Weg aus?!  

Kesting: Nein, ganz im Gegenteil. Die Direktversicherung ist bis zur Ausschöpfung der Fördergrenzen auch für einen GGF attraktiv. In der Praxis wird sie allerdings mit einem zweiten Durchführungsweg kombiniert, etwa mit der Pensions- oder Direktzusage oder der Unterstützungskasse, um die gewünschte Versorgungshöhe zu erzielen. Das wird auch für angestellte Führungskräfte praktiziert, die ein entsprechend hohes Einkommen haben.  

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