bAV im Vertrieb: Arbeitnehmer

bAV Versicherungen von Matthias Hundt

Die Mehrzahl der bAV-Gespräche führen Makler mit Angestellten. Worauf diese dabei hinzuweisen sind und mit welcher simplen Rechnung jeder überzeugt werden sollte

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Vereinfacht ausgedrückt beruht die Alterssicherung in Deutschland auf einem 3-Säulen-System. Dabei gilt es, die immer schwächer werdende erste Säule der gesetzlichen Rente durch den Aufbau einer zweiten (betrieblichen) und dritten (privaten Altersvorsorge) so zu stärken, dass das gesamte Konstrukt im Alter nicht zusammenbricht. Im Gegenteil – es sollte doch die Grundlage für einen sorgenfreien und auskömmlichen Lebensabend sein.

Dass die beiden zusätzlichen Säulen weiter ausbaufähig sind, ist dauerhaft nicht nur in Fachmedien zu lesen, sondern beschäftigt auch Politik und Wirtschaft. Ebenso klären Makler tagtäglich auf und stoßen dabei oftmals auf die simple Kundenfrage: Warum ist eine betriebliche Altersversorgung für mich sinnvoll?

Für die Beantwortung dieser Frage könnte man jetzt Argumente in Buchumfang zusammentragen. In der Regel veranschaulicht aber eine einfache Rechnung den Vorteil, der Arbeitnehmern bei einer Entgeltumwandlung winkt. Auf eine Entgeltumwandlung haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch.    

Möchten Sie monatlich gern 150 € sparen, dafür aber jeweils nur 74 € aufwenden?  

Kaum ein vorsorgewilliger Kunde wird diese Frage verneinen. Dieser 50-Prozent-Rabatt lässt sich am einfachsten mit einer Beispielrechnung erklären:  

 

ohne bAVmit bAV
Bruttolohn4.200,00 €4.200,00 €
bAV-Beitrag0 €150,00 €
zu versteuerndes Einkommen4.200,00 €4.050,00 €
Lohnsteuer803,50 €754,16 €
Soli-Zuschlag44,19 €41,47 €
Summe Steuern847,69 €795,63 €
SV-Anteil Rentenversicherung392,70 €378,68 €
SV-Anteil Arbeitslosenversicherung63,00 €60,75 €
SV-Anteil Krankenversicherung (8,2 % inkl. 0,9% Zusatzbeitrag)338,25 €332,10 €
SV-Anteil Pflegeversicherung58,78 €57,71 €
Summe Sozialversicherung852,73 €829,24 €
Nettolohn2.499,58 €2.425,13 €

Für einen Vorsorgebeitrag von 150 € verringert sich der Nettolohn um lediglich 74,45 €, was einem Rabatt-Effekt von 49,6 % entspricht.

 

Aufklären über Effekte auf Leistungsseite

Dieser Beitrags-Rabatt hat aber auch seinen (geringen) Preis, auf den der Kunde aber in jedem Fall hinzuweisen ist, um Haftungsrisiken zu vermeiden. Durch die geringere Summe an Sozialversicherungsbeiträgen reduziert sich folglich auch der Anspruch im Leistungsfall, etwa im Fall der Arbeitslosigkeit. Ebenso sind Kranken- und Elterngeld betroffen. Ferner verringert sich die gesetzliche Rente.  Sicher ist diese Verringerung verschwindend gering und steht einer deutlich höheren Zusatzrente aus der Entgeltumwandlung gegenüber. Dieser Hinweis gehört aber zu den Aufklärungspflichten eines jeden Maklers. Ebenfalls ist auf die nachgelagerte Besteuerung hinzuweisen. Die bAV-Rente unterliegt der Beitragspflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Bei der Entgeltumwanldung, gerade bei Kunden mit höheren Einkommen, ist auch die Versicherungspflichtgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung im Auge zu behalten. Vor allem bei Einkommen, knapp oberhalb der Grenze von 56.250 € Jahresbruttoeinkommen (ab 2016) könnte eine Entgeltumwandlung dazu führen, dass der Kunde unter diese Grenze und damit wieder in die GKV-Pflicht rutscht.